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Radweg über den Elbestrand ?

Ein neuer Aufreger in Altona. Soll der Elbefernradweg zwischen Museumshafen Övelgönne und „Alter Schwede“ auch über den Elbestrand geführt werden? Vorbei an der größten Biertanke „Strandperle“ an der Elbe? Warum das denn? Jetzt läuft der Radweg offiziell durch den flutsicheren Fußweg Övelgönne als Schiebestrecke durch die Gärten der Anlieger. Der Begriff Övelgönne hat was mit gehen und oben zutun.
In Blankenese wurde ein 300 m langer Radweg schon ab Baur`s Park über den Elbestrand geführt Dann weiter durch die schmale Straße Strandweg. Hier müssen Fußgänger, Radfahrer, parkende PKWs , Linienbusse und Autos auf einander Rücksicht nehmen, sonst würde hier gar nichts mehr gehen oder fahren.
In Övelgönne ist die Schiebestrecke, die nicht von jedem Radfahrer als Schiebestrecke gesehen wird. Da wird auch mal kräftig in die Pedale getreten und Fußgänger beiseite gescheucht. Es ist eine 900 m lange Schiebestrecke und ein Teil des Elberadfernwegs.
Entweder es kommt der Elbefernradweg über den Övelgönner Elbestrand oder die Elbchaussee bekommt auf beiden Fahrbahnseiten einen ausreichenden Radweg, der nicht zugeparkt werden kann. Dann fallen auch die Parkplätze für die Strandperlenbesucher weg. Wäre es schön, wenn die Mutter mit Kinderkarre, sowie der Senior mit Rolator dann den Övelgönner Elbestrand über den zubauenden Elbfernradweg problemlos erreichen können.
Heiner Fosseck
23.3.17 12:45


Wenn man sich das heute überlegt...

Wenn man sich das heute überlegt,...
Wie gut es uns doch jetzt in Deutschland geht,
Was unsere Jahrgänge mitgemacht,
Alle die den Krieg und die Zeit danach erlebt.
Nach Höherem und Frieden haben wir gestrebt
Und zum Glück, bei uns in Deutschland,
Mehr oder weniger auch erlebt.
Nur zu schätzen wissen es leider nicht alle
Wenn man sich das heute überlegt...

Wenn man sich das heute überlegt...
Wie gut es uns doch jetzt in Deutschland geht,
Nach Höherem haben wir gestrebt!
Haben dabei oft vergessen zu leben.
Nur arbeiten und ackern, so viel wie es geht.
Unsere Kindheit war hart, aber wir waren Kinder!
Die jetzige Jugend hat es leider sehr oft nicht erlebt.
Die Eltern, wenn es welche gibt, sind gestreßt
Immer in Eile, kaum Gemeinsamkeit in den Familien!
Wenn man sich das heute überlegt...

Wenn man sich das heute überlegt...
Wie gut es uns doch jetzt in Deutschland geht,
Es ist eine Erscheinung der heutigen Zeit,
Und eine Herausforderung, das weiß ein Jeder,
Wenn wir alle würden wieder zusammen halten,
Die Jungen und auch die Alten.
Die Kinder wieder Kinder werden
Und auch das Miteinander wieder lernen!
Die Familien wieder wichtig sind!
Wenn man sich das heute überlegt...

Wenn man sich das heute überlegt...
Gemeinsam müssen wir es wieder packen,
Ob „Fremde“ oder deutsche Leute.
Packen wir`s an, möglichst noch heute,
Dann werden wir auch das wieder erreichen
Was uns so wichtig war in all den Jahren:
„Frieden, Freiheit auch in Wort und Schrift“!
Wenn wir endlich wieder Alle zusammen halten
die Kinder, die Jungen die Fremden und wir „Alten“!
Wenn man sich das heute überlegt...
Wie schön wäre es wenn man es noch erlebt!

Herzlichst,
Ihr Freddy Schnoor

Hamburg 2016/17
18.3.17 20:43


Eine alte Blankeneserin ist gestorben



Kürzlich ist unsere Nachbain mit 91 Jahren verstorben. Viele Male haben wir bei ihr Kaffee und Kuchen gegessen. Viele Male wurden die Nachbarn aktiv und haben geschaut, ob alles in Ordnung ist. Jetzt haben die Erben das Haus verkauft. Für so viel Geld , daß ich nicht glaube, daß unsere Nachbarin jemals so eine Menge Geld in ihren Leben besessen hatte. Jetzt wird das Haus geräumt. Die Mülle war da und hat Möbel weggeschafft.Gerade werden die Küche und das Bed abgerissen.Wie war sie immer so pingelig mit den Möbeln umgegangen. Alles kommt weg. Sperrmül und Unrat. Kaum jemand will etwas davon haben. Die neuen Besitzer sanieren das alte Haus, das wohl schon 170 Jahre alt ist. Der praktische gelbe Klinker an der Fassade wird abgeschlagen und die neuen Fenster und Türen kommen wohl auch weg. Dann wird im alten Stil das Haus wieder hergestellt und vermietet. Das Leben geht weiter. Nichts wird mehr an unsere Nachbarin erinnern. So wie sie immer es voraus geahnt hatte.

Heiner Fosseck
16.3.17 18:57


Treffen der Senioren


Schuld hatte eigentlich Peter Lührs. Man könnte, man sollte doch mal in Blankenese ein Treffen der alten Seniorennet-Garde veranstalten. Jetzt wo Heiner Fosseck uns den Mund schmackhaft gemacht hatte, dass es in Blankenese, nein in Dockenhuden, eine rustikale Gaststätte gibt, die bezahlbare Speisen und Getränke anbietet und zum Schluss noch ein Ouzo oder Grappa als Verteiler offeriert. Gemacht, getan und unter der bewährten Leitung von Margrit Hoffmann wurde ich beauftragt, einen Raum für 25 Gäste zu reservieren. Erstaunlicherweise waren im Nu 28 Anmeldungen zu verzeichnen. Sogar aus dem Landkreis Harburg und Großhansdorf wollten von den alten Herrschaften einige anreisen. Wie das in unserem Alter so ist, waren es dann doch nur 25 Leutchen.

Es war einer der schönsten Frühlingstage und wir versammelten uns pünktlich um 13 Uhr im Lokal Rio Grande an der Dockenhudener Straße in Blankenese. Das heißt, um halb eins waren die meisten schon da. Ich klemmte mich in eine Ecke und hoffte, dass ich nicht vorzeitig hier wieder raus müsste. Die Stimmung war heiter und die Gespräche angeregt. Die Getränke waren gut und da doch viele mit Pkw oder öffentlichen Verkehrsmitteln von weit her gekommen waren, wurden doch meist nur Säfte oder andere enthaltsame Getränke geordert. Die Speisen waren durchweg sehr üppig und kamen sehr flott auf die Tische. Die Gespräche handelten nicht nur von PC und Computer, Smartphone und Co , sondern auch von Reisen und Enkeln. Also, die üblichen Maleschen in unseren Alter wurden ausgeblendet. Wer will das auch immer wieder hören. Man freute sich, die alte Garde mal wieder zu sehen. Als wir das Nötigste besprochen hatten , wurde nach dem Bezahlen aufgebrochen. Voran Hans Kolb, der sicherlich noch einige andere Eisen im Feuer hatte. Alice Borkmann und einige Mitstreiterinnen wollten noch an der Elbe entlang wandern und in der Elb-Residenz Kaffee und Kuchen schnabulieren.

Ich kam erst abends um 18 Uhr nach Haus. Ich saß bei Rotwein und Käse bei einem Nachbarn im Garten und schaute in die abendliche Sonne.

Das Leben ist schön.

Heiner Fosseck
15.3.17 19:29


Blankenese first?


Mit Bismarck und den Preußen fing es an. Haben die Blankeneser doch jahrhundertelang gut und gerne unter dänischer Flagge und Oberhoheit gelebt. Dann kamen die Feldzüge der Preußen und Österreicher nach Schleswig und Holstein und so wurden die Blankeneser erst Österreicher und zwei Jahre später kamen sie unter Preußische Flagge und 1871 waren sie Untertanen im preußisch dominierten Deutschen Reich. Das war ein herber Eingriff in die Lebenswelt der Blankeneser
Knapp 150 Jahre später hat sich in Blankenese viel verändert. Nicht so viel, dass man Blankenese nicht wieder erkennen würde. Ja, konservativ und auf das Althergebrachte beharrend sind die Blankeneser immer noch. Doch viele sind von auswärts hier zugezogen. Stolz ist man auf die Vergangenheit. 170 Segelschiffe waren einst in Blankenese beheimatet. Heutzutage kann ein größerer Containerdampfer eines Reeders aus Blankenese mehr als das Doppelte der gesamten damaligen Blankeneser Segelflotte in einem Zehntel der Zeit transportiert werden. Missmut erregt auch heute noch, dass Blankenese mit dem benachbarten Bauerndorf Dockenhuden zusammengelegt wurde und nach weiteren eineinhalb Jahrzehnten, kam man zu Altona, das bald in das ungeliebte Hamburg eingemeindet wurde. Mit der Blankeneser Segelschifffahrt und der Fischerei ging es mehr oder weniger zu Ende. Aber Blankenese wurde trotzdem immer wohlhabender, denn es zog betuchte Hamburger auch in das kleine Bergdorf an der Elbe. Damit kamen auch manche Probleme. Nicht nur , dass in jedem erreichbaren Garten, ein SUV oder sonst ein Bolide steht, auch im Ortskern muss neuerdings Parkgeld für das Aufstellen der Fahrzeuge gelöhnt werden. Das Ortsamt befindet sich nicht mehr im Gossler Haus. Heiraten konnte man schon seit langer Zeit in Blankenese nicht mehr. Zum Heiraten ond entheiraten müsste man nach Altona. Gott sei Dank hat man die Blankeneser Kirche im Dorf belassen. Das Finanzamt wurde unweit des Affenhauses von Hagenbecks Tierpark nach Stellingen verlegt. Das stört die Blankeneser weniger. Mehr irritierten die Blankeneser die Umtriebe auf dem Krähenberg in den siebziger Jahren. Dort war eine junge Frau mit Mann und zwei Töchtern zu Hause, die in ihrem Haus auf der Ferdinand`s Höh fröhliche Versammlungen abhielt, zu dem linkes Volk aus Künstler-und Journalistenkreisen geladen wurden. Die wollten dort ihre revolutionären Ideen ausleben. Das endete nach Jahren mit Mord und Selbstmord. Aber damit hatten die Blankeneser nicht viel an Hut und außerdem war das auf Dockenhudener Gebiet. Blankenese hat immer noch einen Schiffsanleger, doch die Fährlinien nach Hamburg und Schulau sind eingestellt. Die Linie ins Alte Land fahren nur sporadisch und sind teuer. Kostet am Wochenende die Fahrt auf einer zugigen Barkasse mit Eisenlochsitzen von Cranz und zurück 8 Euro. Jetzt soll neuerdings auf privater Initiative hin, wieder eine Fährlinie nach Hamburg von Blankenese aus eingerichtet werden. Der Blankeneser Dorfkerm und der Marktplatz soll aufgehübscht werden. Die Kirche wird dann mehr ins Bewusstsein der Blankeneser gerückt. In Baur`s Park wird seit fast acht Jahren der Katharinenhof saniert und ein Ende ist nicht in Sicht. Dass der Vorstand desBlankeneser-Bürger-Vereins sich bei den zuständigen Behörden im Bezirksamt in Altona immer wieder ob der Missstände in Blankenese beklagt, ist oft wenig von Erfolg gekrönt. Eine Antwort war:“ Die in Blankenese können sich selber helfen.“
Heiner Fosseck
13.3.17 18:17


"Einmal hin,alles drin.".


Ihr kennt doch die Werbung für einen der größten Lebensmittelmärkte in Hamburger Raum. "Einmal hin,alles drin.". So einen großen Markt gibt es auch in Lurup. Jede Woche kommt freitags ein Haufen Werbung bei uns ins Haus. Da lesen wir, dass nun 100 Gramm grüne Heringe 0,69 Euro kosten. Das ist nun nicht sehr billig, aber wann kommt man schon an grüne Heringe. Uschi schickt mich am Montag hin, um 3 Kg grüne Heringe zu holen.Ich muß von Blankenese 3/4 Stunde mit Bussen fahren. Dann quer durch den Markt zum Fischstand. "Bitte 3 Kg Heringe"."Haben wir nicht". "Was?, heute fängt die Werbung an und sie haben keine Heringe?! " "Wir haben von der "Deutschen See" nur 10 Kg bekommen". "Für Morgen habe ich 30 Kg bestellt". "Ich möchte jetzt den Marktleiter sprechen". "Ja, da läuft er gerade". Wie ein Hündchen laufe ich hinter dem Mann in die dunklen Katakomben der Warenannahme hinterher. Ich teile dem Mann meine Entrüstung über die fehlenden Heringe mit. Auch, dass ich seit Stunden aus Blankenese gekommen und bitter enttäuscht bin. Er sagt:" Sie bekommen von mir die Heringe umsonst." "Ich will keine Heringe umsonst. Ich will nur nicht umsonst hier in ihren Laden kommen." Ich dampfe wutentbrannt wieder ab. Er hatte mich begöschert mit den kostenfreien Heringen und was soll ich sagen, am nächsten Tag bekomme ich meine drei Kg wunderschöne grüne Heringe umsonst. Nun bratet Uschi den halben Tag Heringe und legt sie in Branntweinessig und andere Gewürze ein und in unserer Küche riecht es strenge nach gebratenen Heringen. Das war das letzte Mal, dass wir uns wieder Heringe ins Haus holen.
Heiner Fosseck
10.3.17 13:48


Besuch des Blankeneser Bürger-Vereins bei der „Mülle“

Die Müllverwertung Borsigstraße liegt etwas abseitig in einem Industriegebiet zwischen Rothenburgsort und Billwerder Insel. Von Blankenese aus musste die 12 köpfige Gruppe des BBV unter der bewährten Leitung von Heiner Krause drei S-Bahnen und 1 Bus benutzen, um die riesige Müllverbrennungsanlage in der Borsigstraße zu erreichen. Der kompetente Herr Popp erwartete uns und dann wurde die Gruppe in einen Saal geführt. Herr Popp hielt uns einen Vortrag über die Funktionsweise der Anlagen. Draußen fuhren ununterbrochen riesige Laster raus und rein. Jedes Mal wurden die Laster gewogen, denn der abgelieferte Müll wird wohl nach Gewicht berechnet. Eine Tonne Müll kostet etwa 50 Euro. In zwei 30 m hohen Verbrennungsöfen wird der Müll der Stadt bei 850 Grad verbrannt und gleichzeitig Dampf für die Fernwärme erzeugt. Seit 1994 werden hier mittels der bewährten Technik der Rostfeuerung im Jahr mehr als 320.000 Tonnen Abfall aus den Hamburger Haushalten „rund um die Uhr“ verbrannt. Die Anlage hatte damals 160 000 000 DM gekostet. 10 % der Kosten des neuen Konzertsaales in der Hafencity. Die so gewonnene Energie wird in Form von Dampf zur Fernwärmeversorgung der Hamburger Haushalte genutzt. Eigentlich gab es in und um Hamburg drei große Müllverwertungen, da aber die Hamburger so gute „Mülltrenner“ sind, wurde mangels Müll die große Müllverwertung in der Schnackenburgsallee stillgelegt und zusätzlich Müll aus den Ausland zur Verbrennung importiert. Das war uns neu. Die verbliebenen Schlacken und der Gips von der Rauchgasentschwefelung werden gegen gutes Geld an die Industrie verkauft.
Eine dritte Linie der Müllverbrennung verbrennt belastete Biomasse wie Holz- und Baumschnitt, sowie imprägniertes Holz und gelacktes Holz. Jede Verbrennungslinie hat einen 50 m hohen Kamin. Hierwerden nur Wasserdampf und nur noch wenig Rauchgas in die Hamburger Umwelt entlassen. Das aufwändigste und teure an der Müllverbrennung sind die Rauchgasanlagen. Die eigentliche Verbrennung macht nur einen geringen Teil der Kosten aus. Die erzeugte Wärme wird in Dampf verwandelt und durch großformatige Rohre in das in Sichtweite liegende Kraftwerk Tiefstack transportiert, wo durch Wärmetauscher der Dampf in siedendes Wasser für die Fernwärmekunden der Hamburger Bevölkerung zugeleitet wird.
Das 2005 als dritte Linie errichtete Biomassekraftwerk verwertet jährlich mehr als 150.000 Tonnen Altholz der Klassen A1-A

Dank der aufwendigen Rauchgasreinigung ist es möglich, fast alle anfallenden Reststoffe zu verwerten und in den Stoffkreislauf zurückzuführen. Die hohe Effizienz der Reinigungstechnik zeigt sich auch bei den Emissionen. Die gesetzlichen Grenzwerte werden zum Teil bis zu 99% unterschritten.
Bei einen Rundgang durch die gewaltigen Anlagen der Müllverwertung kamen wir aus dem Staunen nicht heraus. Mal schauten wir in den 30 m tiefen Müllbunker hinab. Oben saß ein einsamer Kranführer und baggerte ununterbrochen Müll in die Verbrennungsöfen. Dann gingen wir die vielen Treppen hinauf und hinab. Vorbei an brüllenden Exhaustoren, sahen durch ein kleines Loch in die Höllenglut der Öfen. Überall Kabel, Röhren, Elektromotoren und noch vieles, was ich nicht verstanden habe. Mittendrin in der Höhe war die Leitwarte der Anlagen. Fünf, sechs Mann sitzen an 51 Monitoren und schauen etwas gelangweilt unsere Gruppe an. Fährt die Anlage doch weitgehend automatisch. Die Anlage ist mit der Behörde für Umwelt und Energie per Datenleitung verbunden. Sollten mehr Schadstoffe durch die Schornsteine gejagt werden, dann fragt gleich das Amt an, was hier los ist.
Schnurstracks eilten wir mit Bus und Bahn zurück nach Blankenese. Vielen Dank Heiner Krause für diese interessante Führung.
Heiner Fosseck
9.3.17 19:20


Buchvorsellung "Meine ungeschminkten Jahre" im Hamburger Ziviljustizgebäude



Besuch einer Lesung im Ziviljustitzgebäude
Gestern war ich bei einer Lesung im Ziviljustizgebäude am Sievekingsplatz 1. In diesen Riesengebäude, dass sich um einen großen Innenhof gruppiert, werden normalerweise Scheidungen verhandelt und sonstige zivile Sachen entschieden. Gestern fand die Lesung und Vorstellung des Buches „Meine ungeschminkten Jahre“ dort statt. Nachdem man einen pompösen Eingang durchschritten und sich einen Plan vorsorglich an der Rezeption abgeholt hatte, ging man durch lange Gänge mit vielen Türen bis zum Ende und dann wieder einen 50 m langen Gang links und nun nach oben oder unten die Treppen hoch? Ich bin nach unten gegangen. Dort war es düster und unheimlich. Ich glaube, dass sich hier schon etliche verirrt haben und man wohl schon vertrocknete Leichen in einigen Kammern aufgefunden hatte. Ich hörte oben Stimmen und dann ging es fix. In einem riesigen Treppenhaus standen Stühle und Bänke. Hier sollte die Lesung stattfinden. Drunten im Grundbucharchiv. Gottseidank fand ich schon zwei SnHH Mitglieder vor. In einer Hand ein Glas Weißwein. Das konnte ich jetzt auch gut ab. Die zwei Autoreninnen waren schon da. Stefanie Gieselbach in einen schneeweißen Kleid, wie die personifizierte Unschuld. Sie hatte mit den rüden Methoden der amerikanischen Justiz und dem brutalen Strafvollzug der US A unliebsame Erfahrungen gemacht und nun mit Hilfe einer Mitautorin ihr Buch „Meine ungeschminkten Jahre“ veröffentlicht. Es geht im Inhalt um ihre öffentliche Verhaftung auf dem Flughafen O`Hara und anschließende Untersuchungshaft. Nach einigen Jahren wurde sie auf Kaution freigelassen. Sie durfte jetzt nur mit elektronischen Fesseln herumlaufen. Sie arbeitete als Kellnerin und Sozialarbeiterin. Endlich kam ihre Sache zur Gerichtsverhandlung. Nach ihrer Verurteilung durch das zuständige Gericht, die ein Schock für ihre Familie und Freunde war, wurde sie für knapp ein Jahr in ein Frauengefängnis gebracht. Dort lebte sie mit Mörderinnen, „schwarzen Witwen“ und sonstigen Verbrecherinnen zusammen. Für eine junge Frau aus Hamburg war das eine grausame Erfahrung. Weswegen saß sie nun mit Anfang 30 im Gefängnis? Die bekannte Firma A.W. in Hamburg hatte im großen Stil Honig aus China über ihr Büro in Chicago in die USA importiert und die Zölle nicht abgeführt. Außerdem war ein Teil des Honigs mit Antibiotika verunreinigt. Da Frau Gieselbach davon wusste, wurde sie angeklagt und gesamtschuldnerisch auf 17 Millionen Dollar Entschädigung verklagt. Die Firma A. W. in Hamburg hat ihre Mitarbeiterin in der Misere hängen lassen. Ihr Chef in Chicago, eine bekannte Persönlichkeit in Hamburger gesellschaftlichen Kreisen, hatte einen Deal mit den US Ermittlungsbehörden gemacht und wurde nicht ins Gefängnis gesteckt. Jetzt ist Frau Gieselbach seit zwei Jahren wieder in Deutschland und darf als Vorbestrafte nicht mehr in die USA reisen. Da werde ich auf jedem Fall auch nicht mehr hin wollen.
Heiner Fosseck
2.3.17 13:45


Elbphilharmonie

800 000 000 Euro hat der neue Musiksaal an der Elbe gekostet. Ingke Tjebbe findet hinter der weißen Haut des Saales Musiknoten und als sie weiter sucht die verbratenen Geldnoten
Das Geld ist ja nicht weg. Es ist nur jetzt in anderen Händen

27.2.17 12:01


Ein Konzert in der Apostelkirche


Ich bin ja nicht gerade von der Kultur beleckt, aber wenn das Kammerorchester Eimsbüttel, ein Amateurorchester, jährlich einmal aufspielt, bin ich dabei. Zumal wenn unser Bernhard Kaiser bei den Streichern mitspielt. Das Konzert findet in der Winterkirche der Apostelkirche statt. Ein geglückter Einbau eines Mehrzwecksaales hoch über dem eigentlichen Altarraum. Das Orchester wagt sich sehr wohl an anspruchsvolle Musikstücke heran. Ich, der keine Noten lesen kann, höchstens Banknoten, bewundert dieses Orchester. Das Brandenburgische Konzert Nr. 3 von Johann Sebastian Bach ist uns bekannt. Die Reformationssinfonie von Felix Mendelsohn- Bartholdi schon weniger, aber das "Ein feste Burg ist unser Gott" konnte man gut ohne Chor erkennen. Wir feiern 500 Jahre Reformation und da paßt dieses Stück gut. Wer ist Edward Elgar ?Sein Konzert für Violoncello und Orchester war tief traurig und düster. Ich wusste gar nicht, daß man mit einem Violoncello so tiefe Töne erzeugen kann. Das übernahm der extra angeheuerte Solist Constantin Pritz, der auch mit Beifall überschüttet wurde.
Es war ein gutes Konzert, ein Erlebnis, und am Ausgang wurde ein Geigenkasten aufgestellt, in dem man seinen Obolus einwerfen konnte, denn das Konzert war kostenfrei.
Heiner Fosseck
27.2.17 11:12


Andre Rieu und das Johann Strauß Orchester in Hamburg



Einmal wollten wir Andre Rieu live erleben und als er nun mit seinem großen Orchester am 22. Februar 2017 auch nach Hamburg in die Arena im Volkspark kam, gab ich die 67 € für eine Eintrittskarte aus. Wir waren rechtzeitig vor Ort und um den richtigen Eingang zu finden, mussten wir im Dunkeln einmal um die Arena tapern. Die Arena war mit geschätzten 7000 Besuchern gefüllt. Pünktlich um 20 Uhr marschierten Rieu und seine Musiker und Sänger ein. Die Damen in blauen und rosafarbigen Tüllballkleidern und die Männer im eleganten Anzug. Wir saßen im Innenraum wohl 50 m von der Bühne entfernt auf Klappstühlen. Gottseidank gab es zwei übergroße Videowände, wo man das Geschehen auf der Bühne erkennen konnte. Das Bühnenbild hinter dem Orchester war auch übergroß und wechselte je nach dem, welches Thema das Orchester spielte . Mal spielte ein Zitherspieler das Thema aus dem „dritten Mann“ und ein herrliches Bild vom Riesenrad im Prater in Wien wurde eingespielt. Die Technik von Bild und Ton waren Bewunderns würdig. Alles war perfekt. Bis auf das Publikum im Saal. Das saß etwas bräsig auf den Klappstühlen. Mal wurden wir aufgefordert zum Klatschen und zum Mitsingen. Das war etwas dürftig. Es stellte sich heraus, dass viele aus Nah und fern angereist waren und das siebte oder achte Jahrzehnt schon erreicht hatten. Ja, das von der eingängigen Musik beseelte Publikum in Mexiko-City oder in Südamerika ist mit den Hamburgern nicht zu vergleichen. Aber als der Walzer „An der blauen Donau“ erklang, da tanzten doch einige Paare in den Gängen. Frank G. rettete die Ehre für Hamburg und überredete seine etwas zögerliche Lebenspartnerin zum fulminanten Walzertanz. Ravels „Bolero“ wurde gekürzt gespielt, aber durch ein dramatische Videobild unterstützt. Zum großen Finale brach ein riesiges Flammenmeer mit der Musik schlagartig zusammen. Wunderbar! Beim Sportpalastwalzer wurde ordentlich mit gepfiffen. Das tröstete Rieu und er erzählte, dass seine Heimat Maastricht sei und er dort wohne. Es wäre eine schöne Gegend. Dies erzählte er dreimal. Nun waren die Zuschauer so langsam aufgetaut. Eine blutjunge Sängerin sang so eingängige Lieder wie “Deine Lippen küssen so heiß“ und „Wenn du denkst der Mond geht unter“. Zum Radetzky-Marsch marschierten wir zum Schluss aus dem Saal, während viele Besucher noch „Zugabe“ riefen. Aber wir wollten nicht in das große Gewühl kommen und waren tatsächlich vor Mitternacht im Haus.
Heiner Fosseck
23.2.17 11:58


Meine Putzfrauen



Früher, also in den sechziger und siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts des zweiten Jahrtausends nach Chr. hatte ich immer eine Putzfrau. Das waren meist immer Kriegerwitwen oder nähere Bekannte und Nachbarinnen. Meine Frau Bayer war bei mir über ein Jahrzehnt. Sie zog auch mit mir um, als ich von einer Einzimmerwohnung, für die ich 5000 DM verlorenen Baukostenzuschuss 1965 bezahlt hatte und auf der ich sehr stolz damals war, in die Vierzimmerwohnung am Lerchenfeld einzog. Diese Wohnung hatte ich auf Empfehlung meiner „Putze“ Frau Bayer bekommen. Ich hätte es weiß Gott nicht nötig in den kleinen Kabuff zu hausen, sagte sie. Sie wohnte auf dem gleichen Flur hatte den Schlüssel von meiner Wohnung. Wenn ich nach Hause kam war die Wohnung picobello aufgeräumt und sauber. Steckte ich den Schlüssel ins Schloss, dann kuckte sie schon aus ihrer Wohnungstür. Kurze Zeit später klingelte es und sie kam und sagte: „Herr Fosseck wollen wir mal einen kleinen „Öddeldöttel?“ .das hieß, einen Lütten zur Brust nehmen. Dass dies nun manchmal über Stunden ging und ein halber Kasten Bier und eine Flasche Korn vernichtet wurden, fanden wir normal. Das ging bis ihr Lebenspartner nach Hause kam. Der ging am Freitag immer in das Spielcasino Travemünde und man konnte an dem Aufstampfen seiner Beinprothese erkennen, wie seine Laune war. Hatte er gewonnen huschte er leicht wie eine Feder in seine Wohnung. War das Geld pardü dann polterte er auf dem Flur herum und meine Frau Bayer sagte nur: „ Na Malör gehabt.“ Frau Bayer bekam von mir hundert Mark im Monat, ob was gemacht wurde oder nicht.

Heute hat man gleich ein schlechtes Gewissen, wenn man Lisa oder Rita, die aus Polen oder aus Armenien stammten ohne Steuerkarte oder sonst was als Reinigungskraft beschäftigt. Genau habe ich das nie rausbekommen. Die Vornamen waren eingedeutscht, denn Frau Tkatschischin oder Frau Yüsbaschyanas oder was weiß ich, kann ich doch nicht behalten. Sie sind jünger und dicker als meine Frau Bayer und sie fahren alle naslang nach Ostpolen in ihr Heimatdorf. Zu Mama und Papa, die wären krank und liegen danieder und brauchen Hilfe. Im Sommer muss sowieso bei der Ernte geholfen werden. Wir probierten drei polnische Frauen aus. Alles das gleiche. Jetzt haben wir Frau Tkatschischin, die kann wohl kaum Deutsch und kuckt sehr streng. Die Hand gibt sie auch nicht. Nein, unterhaltsam sind sie alle nicht. Da ist die Sprachbarriere vor und den Völkermord an den Armeniern haben die Deutschen auch nicht zu verantworten.

Heiner Fosseck
21.2.17 14:09


Es muss doch Frühling werden von Emmanuel Geibel 1815-1884



Und dräut der Winter noch so sehr
Mit trotzigen Gebärden,
Und streut er Eis und Schnee umher,
Es muß doch Frühling werden.

Und drängen Nebel noch so dicht
Sich vor den Blick der Sonne,
Sie wecket doch mit ihrem Licht
Einmal die Welt zur Wonne.

Blast nur ihr Stürme, blast mit Macht,
Mir soll darob nicht bangen,
Auf leisen Sohlen über Nacht,
Kommt doch der Lenz gegangen.
Da wacht die Erde grünend auf,
Weiß nicht, wie ihr geschehen,
Und lacht in den sonnigen Himmel hinauf,
Und möcht vor Lust vergehen.

Sie flicht sich blühende Kränze ins Haar
Und schmückt sich mit Rosen und Ähren,
Und läßt die Brünnlein rieseln klar,
Als wären es Freudenzähren!

Drum still, und wie es frieren mag,
O Herz, gib dich zufrieden,
Es ist ein großer Maientag
Der ganzen Welt beschieden.

Und wenn dir oft auch bangt und graut,
Als sei die Höll' auf Erden:
Nur unverzagt auf Gott gebaut,
Es muß doch Frühling werden.
21.2.17 13:56


Hamborger Leed von Friedrich Schnoor

Di will mien scheunstes Leed ick singen,
So recht ut vulle Seel und Hadd.
To Ehr un Dank will ick di‘t bringen,
Mien olle gode Vaderstadt!
Bün wied all in de Weit rümkomen,
Wo id ok weer, in watt förn Land;
Mit Ehrforcht heww ick nennt dien Nomen,
Mien Hamborg an den Elbestrand!
Di will ick deep in Hadden dregen,
Di, mien oll leewste Placken Eer.
Uns‘ Herrgott geew di sienen Segen,
Mien Stadt, wo id mol glücklich weer!
Wo Mudder op'n Arm mi drogen
Und tru mi feuhrt hett Vadders Hand.
Mien Hadd ward ümmer för di slogen,
Mien Hamborg an de Woderkant!

Di mutt ick ümmer wedder loben;
Keen Stadt giwwt, de mi so geföllt!
Dien stolten Scheep, un denn dien Hoben,
Nicks Scheuners giwwt woll op de Welt!
Un denn dien lütten Deerns vör allen!
Un nehmt se ok vorn Mund keen Blatt,
De möt jo jedeneen gefallen,
Wenn se so klönt op jemmer Platt.
Di will ut vulle Bost ick priesen,
Mien leew Hamhorger Muddersprok;
Klings mi in'd Hadd as Himmelswiesen,
Di sprek ick lies, wenn nachs ick wok.
Ut Öllernmunn dehst seut du sweben,
Du weerst min Sprok in Storm un Not,
För di, mien Plattdütsch, will ick leben,
Di swör ick Tru bitt in denn Dot!

Deh ok dat Schicksol weg mi drieben,
Un koom ick ok nich wedder trüch,
Mien Sehnsucht ward in‘n Hadden blieben
No Jungfernstieg un Lombardsbrüch.
Ne ne, ick kann jug nich vergeten,
Mien Bismarck, Michel, Reeperbohn!
Dann müß man mi nich ‚Hummel‘ heeten,
Un müß keen Plattdütsch ick verstohn.
Un wenn uns‘ Herrgott mi sull ropen:
„Nu kumm, mien Söhn, dien Tied is üm!“
Denn segg ick: „Herr, o lot mi slopen
In Heimot-Eer, ick bidd dorüm!“
Un sull dor denn en Graffsteen wesen,
För mi sett to Erinnerung,
Sall man op Plattdütsch dorop lesen:
„Hier slöppt een echt Hamborger Jung.“

Hamburg 1921
15.2.17 19:42


Begnungen mit Gustav Falke und Detlef v. Liliencron

In dat nafolgen lütt Vertellsel erinnert sik Schnoor an sien Hamborger Kinnertied un an de Begegen twüschen den ut Lübeck stammen Dichtersmann Gustav Falke un den beropen Dichter Detlef v. Liliencron As Grööntüüchhändlerskind hett Schnoor düsse Begegen quasi "üm't Eck" mitbeleevt. Uns Hütigen schient düt Begeevnis eentlich ganz normal — worüm reegt se sik op? wo is hier de Pointe?, fraagt wi uns. Ehrder sünd wi verwunnert, dat sik de unpünktliche Gast nich entschülligt. Man twüschen de Reegn snackt hier de ole, faken romantiseerte Geist vun de Stände-Sellschap. Rang un Stand güll veel. En Baroooon...!
Kartüffelsupp bi Gustav Falke

Dormols, to Anfang de Negendiger Johrn, wahn Gustav Falke in Eilbeck. In de sülwig Stroot lewten ok mien Öllern; blot'n poor Hüüs' wieder lang. Mien Öllern harrn een'n Loden: "Frucht-, Gemüse- und Konservenhandlung" stünn mit grote Bookstaben öber de Döhr moolt.

De Froo von unsen Dichter heur to uns' däglichen Kunn, un wenn se in unsen Loden stünn un de Woorn, de se bi uns köfft, in ehr Handtasch harr, un keen Kunn wieder dor weern, snack se noch geern n' Stremel mit mien oll brove Mudder: öber't Koken, öber ehr lütten Döchter un öber alls, wat sick son Huusfroons sünst noch to vertelln hebbt. Un mennigmol see mien Mudder: Ümmer, wenn se mit ehr sproken harr, weer'd ehr west, as wenn von den'n Sünnschien ut dat Falkesche Huus een lütten Strohl mit in unsen lütten düstern Loden rinkoom'n weer. — Och, un wi kunn' düssen lütten Strohl so god bruken!
Ober ok ehr Mann, de Dichter sülwst, keum bi uns un köff in; un wenn ick ok man noch 'n Jung weer, so weet ick doch noch sehr god, dat he fründlich weer un sick mennigmol mit mien Öllern plattdütsch ünnerholln hett.

Dormols weer uns' Falke nebenbi noch Musiklehrer. He harr sick as Dichter noch nich dörchsett. Em güng dat as all de lewenden Dichters; he müss' sick mit sien Familie swoor dörchhelpen. — He geew also noch Ünnerrich in de Musik; de Stünn to föffdig Penn! En suures Brot!


Gustav Falke 1905

Dat weer to de Tied, as Detlef v. Liliencron, de dormols as Dichter all en'n groten Noom harr, sick för Falke insetten deh. Liliencron harr all op Falke henwiest un sien Dichtungen god kritisiert. Breew harrn se ok all wesselt, blot perseunlich weern se noch nich tosom'n koom'n.

Dor keem eens Doogs Fro Falke in unsen Loden un see: Se harr'd hüt ielig, mien Mudder much ehr gau dit un dat gewen, denn se kregen hüt noch Beseuk, vördem ober wull se mit ehrn Mann noch to Stadt und Inkeupe moken.

Falkes harrn en Mäken, de weer von't Lann, en true Seel, blot de Klookheit harr se nich mit Löpeln eeten. De kümmt'n Stunnstied noher in unsen Loden, hoolt'n Kleenigkeit un seggt denn to mien Mudder: "Denken S' sick mal an, eben sünd mien Herrschaften weggahn, — dar bimmelt dat, un as ick de Döhr upmak, dor steiht dor'n Kirl, de fröggt, ob Herr Falke to spreken is. Ne, segg ick, de Herrschaften sünd grad ewen weggahn, öwer se wörrn woll bald wedder kaam'n, denn se teuben up Beseuk. Dat weer jo schaad, see he to mie, denn keum he naher wedder vör. Ick süll mien'n Herrn man bestelln, dat Baron vun Liliencron hier west weer; un denn is he wedder weggahn. Denken S' sick blot mal an", see se denn to mien Mudder. "En Baron! Wat hett mien Herr doch för fiene Bekanntschaften! Ower ick weit nich, de Kierl seihg mi gornich na'n Baron ut, he wier mie veel to gradtau."


Detlev v. Liliencron
Falkes koomt no Huus un heurt jo nu, wer dor west weer. Na, nu weer de Opregung jo grot. Liliencron harr sick ober in sien' Breew eers to nohmdoogs Klock fiew anmelld. Nu müssen se eers mol snell to Middag eeten, denn de Baron kunn villich bald wedder koom.

Dat Middag steiht up'n Disch un de Familie fangt grod an to eeten; et geew hüt Kartüffelsupp. Opnmol klingelt dat an de Huusdöhr, dat Mäken geiht henn un mokt up. Falkes heurt buten en pultrige forsche Männerstimm, un gliek dorup geiht de Stuwendöhr up, und rin kümmt Baron v. Liliencron!

Na, de Schreck, den'n Falke un sien Froo kregen, lett sick nich beschriewen. Se sprüngen all von'n Disch up un de Baron drück jeden de Hand, as wenn se all olle Frünn west weern.

Liliencron see: "Bitte, lassen Sie sich nicht beim Essen stören! — Was gibt 's denn heute? — Aha, Kartoffelsuppe! Herrlich, herrlich! Kartüffelsupp, Kartüffelsupp, de ganze Woch' Kartüffelsupp! — O gnädige Frau", wenn he sick denn an Froo Falke, "Kartoffelsuppe esse ich für mein Leben gern. Ein herrliches Essen!" Un nu wör sick denn mit Liliencron tosom wedder an'n Disch sett.

Woveel Töller von de Kartüttelsupp de "Poggfreddichter" eeten hett, kann ick nich seggen. Ober smeckt hett se em.
15.2.17 19:35


Konfermatschon in'n Gängeviertel von Friedrich Schnoor, Hamburg 1919


„Hein, Hein stoh op, dat ward de heuchste Tied!
röppt Schipper Kohrs un treckt sick an.
Du weest doch, wat förn hogen Dag is hüt.
Wi möt no Kark henn, holl di ran.“

„Jo Vadder, jo ick koom all“, röppt lütt Hein
Un riwwt sick gau nochmol de Ogen ut,
Swingt ut'n Bett denn rut mit beide Been
Un löppt an'd Finster ran un kickt dor rut.



„Wat hesst du denn to kieken?“, brummt de Ool,
„Marsch, wasch un kämm di, ick bün all gliek sowiet,
Ok Mudder is all trecht. Verdreiht noch mol,
Wat steihst dor noch un kickst rut no de Stroot!“

„Oh Vadder“, seggt de Jung, „dat harr'k nich dacht,
Op so een'n Dag, wo ick warr konfermeert,
Dor hebbt se nich mol op'n Hoff fien flaggt!
Ick meen doch sekeer, dat ick dat bün wert.“

„Du dummer Jung, wat billst du di denn in“,
Seggt Vadder Kohrs, un lacht dorbi ganz luud.
„Nu mook man, dat du kümmst in'n Antog rin,
Un denn fix bi un drink Dien'n Kaffee ut.“

„Jo jo, ick mok all“, seggt recht kott lütt Hein
Un wascht un kämmt sick un treckt gau sick an.
Wat kleed de nee'e Patsche em bloot fien!
Nu kümmt he richdig vör sick as een Mann.

„So“, seggt de Ool, „büst Du nu endlich proot?
denn drink dien 'n Kaffee ut. Dat ward nu Tied.
Nimm dien Gesangbook, Mudder,
sünst koomt wi noch to loot.
De Paster teuwt nich.—Heur, de Klocken lüüdt!"

Nu sünd se op de Trepp un goht hendohl.
Ün'n op'n Hoff kiekt Hein nochmol ümher,
He wull sien Frünn sick wiesen doch geern mol,
De sülln doch mol kieken, wo smuck he weer.

„Na, nu man to Hein, goh du man vörweg,“
Seggt Vadder Kohrs, “wi beid goht achterran.“
So koomt se denn all' dree no de Stroot nu rop.
Un duurt nich lang'n, langt se bie'n Michel an.



Wat is dat in de Kark doch fierlich hüt, —
Un soveel Minschen sünd all dor!
Kohrs un sien Froo sidd beid in de Midd,
Un Hein steiht vörn, dicht bien Altor.

Kuum hett dat utlüüd, as de Orgel brummt,
Un bowen runn von'd Chor teunt en Chorol.
Nu kümmt de Paster. — De Gesang verstummt.
Een „Vaderunser“ beed de Herr ersmool.

Un denn güngt los. Wat predigt he doch scheun!
He kenn sien Lüüd un wüss to packen ehr.
All Johrelang weer he in de Gemeen,
Harr mennigeen dorvon döfft, de hier nu weern.

Ok Mudder Kohrs wisch still sick aw ne Troon.
Se weer so week un harr all dörchmokt veel.
Nu,wo ehr eenzig Kind süll in de Welt rutgohn,
Dor güng dat dubbelt ehr an Hadd un Seel.



De Paster sweeg. — De Predigt weer to Enn.
De Konfermanden kneeten vör'n Altor.
De ool Herr heew nu beide Hänn
Un seegen nu de junge Christenschoor.

Nu weerd vörbi, un währn'd de Orgel bruus
Güng langsom ut de Kark nu de Gemeen.
Ok Kohrs un sien lütt Froo güng'n still no Huus,
Un in de Midd harrn se ehrn Hein.

„Mien Jung!“, seed Kohrs, as se in'd Huus nu weern,
Un ward em op den'n Kopp de Hänn nu leggen,
„Von'n Paster dehst du eben Godes heurn,
Nu will ick di as Vadder noch wat seggen:

Du geihst nu in de Welt, to Schipp nu weg,
Lettst mi un Mudder beid hier trüch.
Doch süll di't god gohn oder slech,
Doh stets dien Schülligkeit un Plich.

Wat di ok in de Segel fohrt,
Holl dienen Kopp un Nacken stiew.
Du weest, du büst von gode Ort;
Dat Slechte holl di stets von'n Liew.

Kennst du Gorch Fock? — Schood, he is dot.
Von den'n kannst du noch veeles lehrn.
Lees mol sien Book „Seefahrt is Not“!
Denn weest, wat sick för di deit heurn.

Jo, so een Seemann müsst du warrn
As wie Klaus Meewes eener weer!
Wenn wi von dit Slag mehr blot harrn,
Denn güngt hüt anners bi uns her.

Denn seeten wi nich mehr in son Schann,
Wo uns de Fiend den'n Hals tosnöört.
Denn harrn wi em rutjoogt längs ut'n Lann;
Den'n harrn wi all dat lopen lehrt!

Den'n harrn wi wiest, wat Dütschland is!
Un dat wi noch en starke Mach! —
Dat harrn wi dohn, dat is gewiß,
Harrn wi mehr son von Klaus Mewes sien Slag.

Dorüm mien Söhn: „Seefahrt ist Not!“
Hier is dat Book. — Ick schenk di dat.
Richt di dorno! — Is Fock ok dot;
He leewt in jedes Minschenshadd! —



Un wenn du denn trüch mol kümmst
Un sühst von Fern den'n „Michel“ stohn,
Un denn den'n Kurs von Hoben nimmst,
Denn schoom di nich, wisch aw ne Troon!

Si stolz op dien ool Vaderstadt!
Hol ok dien Modersprook in Ehrn!
Un seggt mol een di dorop wat,
Den'n möt se den'n Hamborger Jung kenn'n lehrn.

Un nu mien Söhn, bliew brav as nu. —
Un goh mit frischen Mot an Bord,
Dien Mudder un ick, wi bliewt di tru,
Un beed för di üm gode Fohrt!"

Un Vadder Kohrs giwwt em en Kuss. —
„Un op steiht di ümmer dien Öllernhus!“
Mudder Kohrs weent liesen nu un seggt:
„Mien leewe Jung, nu hol di stief,
un vergeet dien Vadder un Mudder nich!“

Friedrich Schnoor, Hamburg 1919
15.2.17 19:17


15.2.17 19:08


10 Tage war mein Blog nicht erreichbar.



Mit Bedauern musste ich feststellen, dass mein Blog Blankenese@Myblog.de 10 Tage nicht erreichbar war und 600000 andere Blogs wohl auch nicht. Warum und wie so ist nicht mitgeteilt worden.
Jetzt ist er wieder oline.

Heiner Fosseck
15.2.17 11:12


Gottes Segen wirk`im Teig

Bäcker Körner in Blankenese
„Wer nicht tüchtig kneten kann, ist kein rechter Bäckersmann.
Packe zu, spar' keine Kraft, durch und durch den Teig geschafft!
Hand und Arm und Finger drückt, jeder Klumpen wird zerstückt.
Jedes Teil das andre fand, mächtig fühlt das Mehl die Hand.
Greife fest und schaff' und schweig': Gottes Segen wirk' im Teig!“

Um 23 Uhr, wenn Freitagabends Hamburgs flippige Jugend in die Disco strömt, wird in der Bäckerei Körner in der Blankeneser Landstraße mit dem Backen von Broten, Brötchen, Gebäck und Torten für das Wochenende begonnen.
Sabine Möller, Bäckermeisterin und Konditorin und Mutter zweier Söhne noch dazu, ist stolz darauf, dass man beim „ BBBB-Bäcker“ Körner keine aufgebackenen Produkte bekommt. Denn dies garantiert das Siegel „Bäcker Backen Beste Brötchen.“ Sie führt nun schon in der vierten Generation seit Anfang 2002 mit Erfolg die handwerklich ausgerichtete Bäckerei Körner. Ihr Vater Hartmut Körner, hat ihr wohl die Liebe zum Backen in die Wiege gelegt.
Wer will fleißige Hände sehen, der muß Freitagmorgens mal zu Körner in die Backstube gehen. Seit zwei Uhr arbeiten hier acht flinke Gesellen und Lehrlinge. Geduldig und kompetent erklärt Sabine Möller, die auch schon frühmorgens im Laden steht, was ein Teigkessel ist und wie die Knetmaschine funktioniert. 20 verschiedene Brötchen und 20 Brotsorten und in der engen Konditorei, die früher die Küche der Familie Körner war, werden außerdem 30 verschiedene Kuchen und Torten hergestellt. Ich darf mal an der Hefe riechen und dort in die großen Töpfe mit dem Sauerteig gucken. Mit der Teigteil-Wirkmaschine werden Brötchen in Form gebracht. In der Sauerteiganlage liegt schon altes Brot bereit. Ich stolpere fast über einen Sack Roggenschrot und Weizenmehl wird in so großen Mengen verarbeitet, dass das Mehl aus dem Keller hochgepumpt werden muß. Überall Bleche mit Teige für die Franzbrote, die nach dem Kneten noch ruhen müssen. Jetzt zum Ende der Arbeit in der Backstube werden Schwarzbrote von den Teigmachern geknetet. Die Brötchen und Semmeln sind schon im Laden oder auf den Weg in die Geschäfte. Am Daub Backofen steht souverän Ofengeselle Fürstenberg und setzt „Der kleine Max“ Bauernbrote auf dem Ofenrollwagen. Dampf zischt auf, das gibt eine herzhafte Kruste. Die Mitarbeiter scheinen sich sehr wohl zu fühlen, denn viele sind seit Jahrzehnten hier tätig. Drei Gesellen arbeiten Hand in Hand, um die Franzbrote fertig zustellen. Da wird gerollt, verschiedene Teigplatten aufeinandergelegt, mit Schokoladenmasse bestrichen, geschnitten, gedrückt, gefaltet und zu 15 Stück auf Bleche gesetzt. Ein Euro kosten die Franzbote später im Laden. „Wann denn nun die Arbeitszeit beendet sein wird“, frage ich. „Wenn die Arbeit getan ist“ und heute um 23 Uhr beginnt die nächste Arbeitsnacht der tüchtigen Körner-Mannschaft.

700 Jahre Blankenese wurde 2001 in ganz Blankenese gefeiert und da passte es gut, dass Bäcker Körner just 100 Jahre bestand. 1901 fing Hinrich Martin Körner im Keller des Hauses Blankeneser Landstraße 13 mit dem Brotbacken an. Eine denkbar schlechte Lage, direkt an der damals recht ländlichen Chaussee nach Wedel, weit ab vom dicht besiedelten Blankeneser Treppenviertel, wo schon in der Blankeneser Hauptstraße, damals Elbstraße, vier Bäckereien existierten. Max Körner, der auf seinen Lehr- und Wanderjahren auch in Wien gearbeitet hatte, übernahm 1932 die Bäckerei Körner. „Wiener Bäckerei“ stand seitdem auf dem schmiedeeisernen Firmenschild mit der goldenen Brezel. Als 1939 der zweite Weltkrieg begann, wurden immer mehr Männer zum Wehrdienst eingezogen. Auch bei Bäcker Körner fehlten viele Männer. Brot, Fette, Zucker Kohlen, alles wurde jetzt vom Amt zugeteilt. Zeitaufwändig mussten die Lebensmittelmarken von den Bögen abgeschnippelt, aufgeklebt und im Katharinenhof abgeliefert, um dann gegen Bezugsscheine für Mehl, Kohle, Fette, umgetauscht zuwerden. Auch die Frauen standen jetzt in der Backstube. Der 1940 geborene Hartmut Körner, wurde im Brotkorb abgelegt, während die Mutter von fünf Körner - Sprößlingen Teig knetete. Das Backsortiment mußte radikal verkleinert werden. Was hatte man nicht alles vor dem Krieg in der Bäckerei Körner hergestellt. Nicht nur das Hamburger Schwarzbrot, Angeschobene und Feinbrot. Weißbrot, rund oder im Kasten, Meterbrot, Pröben, Berches, Rosenbrot, Zöpfe, Klöben, Pudelmütze und „Schweinebraten“. Und die vielen Brötchen: Hamburger Rundstücke, Wiener Semmel, Berliner Knüppel, Hörnchen, Salzstangen, Milchbrötchen, Heißwecken, Kieler, Flensburger, Franzbrötchen. Partybrötchen, Schwäne, Pilze aus Weizenhefeteig. Mit einem roten Tempo-Dreirad-Lieferwagen belieferte Bäcker Körner ab 1938 Geschäfte in Blankenese, Iserbrook und Sülldorf. Der 2001verstorbene Dittmer Körner konnte sich erinnern, dass er mit dem Blockwagen ,beladen mit 80 Schwarzbroten, mit seinem Bruder die Blankeneser Hauptstraße runter fuhr. Einer lenkte mit den Füßen die Deichsel, während sein Bruder hinten mit den Füßen bremste. Dass im harten Winter 1946/47, mit der großen Kreek, beladen mit Brotkörben, bei Eisglätte und Schneeverwehungen, die Ware bis nach Iserbrook geschleppt werden musste, ist bei Körner unvergessen. Über altes Brot und Kuchenabfälle freuten sich die Schweine, die hinter der Bäckerei großgezogen und dann im Winter geschlachtet wurden. Gehungert wurde auch in größter Not in der Bäckerei Körner nicht. Die damaligen Brotpreise: Rundstück 4 Pfennig. Weißbrot 500 g 27 Pfennig. 1500 g Feinbrot 51 Pfennig. 1500 g Schwarzbrot 42 Pfennig. Auf dem Schwarzmarkt bekam man für ein 3 Pfund Brot 80 Reichsmark. Die englische Besatzungsmacht mochte auf feinen Kuchen und Gebäck auch im Hungerwinter 1946/47 nicht verzichten und beauftragte die Bäckerei Körner mit der Herstellung dieser Backwaren. Ein großer Militärlastwagen brachte die benötigten Zutaten. Die ganze Familie und die Belegschaft bestaunte die so lange entbehrten Zutaten, die die junge Generation der Körner Familie noch nie gesehen hatten. Um den Kuchen unauffällig in die Kaserne nach Osdorf zu schaffen, wurde der knallrote Lieferwagen von den Engländern olivgrün lackiert. Eine Partie amerikanisches Weizenmehl wurde vorzeitig zum Osterfest verbacken. Ostern gab es weißes Brot. Zur Strafe wurde die Bäckerei von der Besatzungsmacht 14 Tage geschlossen. Alle Gesellen bekamen auf einmal Urlaub. Die Kunden reihten sich in langen Schlangen vor den anderen Bäckereien in Blankenese ein. Bei Körners standen die Kunden oft in Viererreihen in 30 m langen Schlangen nach Brot an. Dass sich Polizeibeamte von der Polizeiwache in der Sibbertstraße gerne in der Backstube aufwärmten, ging ja noch an. Dass aber unter den weiten Mänteln der Polizisten Brote versteckt und herausgeschmuggelt wurden, ging zu weit. Auf der Revierwache und in Körners Backstube mussten umfangreiche personelle Umbesetzungen vorgenommen werden.
Nach der Währungsreform 1948 ging es wieder aufwärts. Die Blankeneser wollten ihre Brötchen wieder ins Haus geliefert haben. Bis zu 20 Helfer trugen in Blankenese, vom Hirschpark bis zum Falkenstein, für die Bäckerei Körner morgens in aller Herrgottsfrühe die Brötchen aus. Im warmen Backofen wurde auch für gute Kunden schon mal eine Gans gebraten oder die Hausfrauen kamen mit ihren selbstgemachten Kuchen an, die dann nebenbei mitgebacken wurden.
Umfangreiche Umbauten und Anbauten, die Backstube wurde aus dem Keller ins Erdgeschoß verlegt, rationellere Backöfen, Teigknetmaschinen hielten Einzug. Der Laden in der Blankeneser Landstraße wurde modernisiert. Filialen, allein drei Verkaufsstellen in Wedel, wurden eröffnet. Hartmut Körner, der 1969 die Leitung des Betriebes übernahm, nannte nun das Geschäft „Körners Brotparadies“. Er führte die Bäckerei bis 2001. Wenn im Gemeindehaus bei „Kirchens“ belegte Brötchen gereicht werden, kann man sicher sein, dass Bäcker Körner sie gespendet hat. Er führte die Bäckerei zu ihrer heutigen Bedeutung. Ein Mann, der auch viele Ehrenämter übernahm. Erinnert werden soll an die Altenhilfe in Blankenese, die Hartmut Körner aktiv unterstützt. Bäcker Körner ist nun der letzte brotbackende Bäcker in Blankenese. Nach dem Krieg gab es vier brotbackende Bäcker allein in der Blankeneser Hauptstraße. Bäcker Lindemann an der Hans-Lange-Straße, Bäcker Schneider an der Ecke Eiland, Bäcker Hansen an der Schlagemihlstreppe und Bäcker Timm war dort, wo später Raumausstatter Matschke seinen Betrieb hatte. Auch die Elbfähre aus Cranz brachte immer eine Kiste mit sehr gehaltvollem Altländer Brot von Bäcker Albers mit, das dann von einem Krämer an der Grube verkauft wurde. Sabine Körner, die seit 6 Jahren den Betrieb leitet, hofft, dass eines Tages in dann fünfter Generation einer ihrer Söhne die Bäckerei Körner übernimmt und weiterführt.
Heiner Fosseck

Dieser Artikel ist vor 10 Jahren geschrieben worden. Noch immer ist die tüchtige Bäckermeisterin Sabine Möller,geb. Körner die leitende Kraft in ihren Betrieb. Sie engagiert sich für die Blankeneser Kirche und hilft tatkräftig in der Flüchtlingshilfe mit Tat und Brot. Das ist gut so.
30.1.17 17:15


Een Erinnerung an mien`Lebens scheunste Stün`n : Gedicht von Freddy Schoor

Een Erinnerung an mien`Lebens scheunste Stün`n

As Hamborger Jung, na is doch kloor,
Dat as Matros` to See ick fohr.
As Junggast, ooh, wat weer dat scheun!
Heff ick de ganze Welt besehn.
In Westen, Osten, Süden, Norn`,
Un ok son` teinmol um Kap Horn,
Heff mit mien Schipp ick seilt un fohrn,
Bitt wi Beid een Wrack weern mit de Johrn.
Doch leewt noch de Erinnerung
An Tieden, as wi noch frisch un jung,
In Hamborg wedder lan`n deden,
In`n Hoben denn vör Anker leden.
Denn gung dat no St. Pauli dool,
Henn no uns oles Stammlokol,
No de Aktien in de Dubenstroot,
Dor seeten gemütlich wi un good.
Dor hebbt wi denn un`s Ankunft fiert,
As sick`t för Hamborger Jungs gebührt;
De Wirt, Böttcher, heet de Mann,
Sleep ümmer frische Halbe rann.
Sankt Pauli Export, ok woll Kristall,
dat fehlt de ganze Reis`uns all.
Hier kregen wi endlich unsen Willn,
Kun`n unsen Döst mol wedder stilln.
So seeten wi bit in de Nacht,
an een Anbordgohn wör nich dacht,
Noch ümmer geeft`n frische Runn,
„Den`n Glücklichen, den`n sleit keen Stun`n.“
So seed de Spruck dor an de Wand;
Jo jo, dat is mi noch bekannt,
Mi is`t, as wenn dat hüt noch weer,
Un is so lange Johrn all heer.-
Wat weer`d doch för een herrlich Tied!
Wat süht dat anners ut doch hüt,
Nu, wo uns Knooken krank un möör,
Hebbt wi in Hamborg keen Hüsung mehr.-
Köönt uns, man mutt binoh sick schäm`n,
Nich mol een Seidel Beer mehr tool`n,
De Rente reckt nich henn nich heer,
Se reckt nich mol to`n Leben mehr.-
Doch möt wi in Geduld uns foten,
Un jo den`n Kopp nich hang`n loten.
Dat Leben is all so, so sweer.
Dörch Sorgen ward dat blot noch mehr.

Wat ick ut mien Erinnerung
heff hier to`n Besten geben,
Un`n Ihn`n geef dorvon nu Kun`n,
Ut mien`es Lebens scheunste Stun`n,
Ick much, dormit will ick denn ok sluten,
Wohn in Lau`nborg nu dor buten,
Un weern mien Knooken nich so möör,
In un`s Stammlokol wedder sidden
Bi`n Seidel Sankt Pauli Beer!-
Von all dat Schrieben deit de Hand mi weeh
Nu besten Gruss an de Sankt Pauli Broeree!
Blieft All gesund un hollt Jug bi Humor
In ole Tru,
Jug Friedrich Schnoor

Lauenburg/Elbe 1952




Lauenburg/ Elbe 1952
*Schiffsjunge (genannt „Moses“)
28.1.17 18:19


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