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Schiffsunfall am Blankeneser Bull`n 2005


Schwerer Schiffsunfall am Blankeneser Bull`n
Es gibt 3 Möglichkeiten nach Blankenese zu kommen. Mit dem Auto oder Bus über die Elbchaussee an den beiden Großtankstellen vorbei. Mit der S-Bahn kommt man an einem vernachlässigten Bahnhof an, dessen Umfeld seit Jahr und Tag mehr verkommt und der der hoffentlich baldigen Neubebauung entgegen harrt und die Blankeneser Schiffsanlegestelle, eben den sogenannten Blankeneser“Bull`n.Er ist so etwas, wie die gute Stube von Blankenese und der zentrale Treffpunkt, für jung und alt. Der Anleger ist nun von einem Säuretanker zerstört worden.
Woher der Name Bull`n für den Anleger kommt? Hier noch einmal die Erklärung: Als ersten Schiffsanleger in Blankenese hatte man aus Sparsamkeitsgründen eine ausgediente Alsterschute genommen. Die wurden in Hamburg „Bull`n“ genannt. Abgeleitet von dem englischen Wort bowl =Schiffsgefäß. Diese Bezeichnung blieb bis heute erhalten.


Mit der Hadag mal eben mit der Barkasse von Blankenese nach Cranz fahren, das geht seit dem Unglücksfall vom 29. Januar 2005 nicht mehr.
Der britische Säuretanker „Stolt Fulmar“, voll mit Schwefelsäure, rammte nachts um 4 Uhr am Samstagmorgen erst den an der Blankeneser Dampferbrücke vertäuten Schlepper“ Schleppko „4 seitswärts und dann den Blankeneser Bulln. Die Brücke knickte ein und fiel ins Wasser. Mehrere Pahlgruppen( Duckdalben) wurden schwer beschädigt und die Pontons hatten kaum noch Halt. Die Pontonschlösser sind zerstört und ein großes Loch klafft in einem der Pontons.Der Übergang vom westlichen zum östlichen Ponton war ganz zerstört.
Der Säuretanker soll plötzlich aus dem Ruder gelaufen sein? Der Kapitän und der Lotse waren nicht betrunken und konnten noch keine schlüssige Erklärung für diese schwere Havarie geben. Jedenfalls konnte der Säuretanker nach gründlicher Untersuchung seine Reise nach Rotterdam fortsetzen.
Blankenese ist noch einmal einer größeren Katastrophe entgangen. Schwefelsäure ist Gottseidank nicht ausgelaufen oder freigesetzt worden.
Nach Auskunft von Frau Harpe, unserer Ortsamtsleiterin, sind Evakuierungspläne vorhanden, um das Hanggebiet in Blankenese bei Gefahr schnellstmöglich zu räumen. Diese Gefahr hätte bestanden, wenn Schwefelsäure in die Elbe und in die Luft gelangt wäre. Mit Lautsprecherwagen wären Polizei und Feuerwehr dann mitten in der Nacht durch das Blankeneser Hangegebiet gefahren. Polizisten hätten treppauf und treppab jedes Haus aufgesucht und die Bewohner aufgefordert, das Haus und das Gebiet sofort zu verlassen. Sammelpunkt ist die Gorch-Fock-Schule in der Karstenstraße. Was für ein Umstand und eine Aufregung hätte das gegeben. Mitten in der Nacht hunderte von Menschen aus dem warmen Bett zu holen.

Strom und Hafenbau haben mit Vertretern der Versicherungen den Schaden am Bulln begutachtet. Die vollständige Wiederherstellung mit einem Neubau des Brückenniedergangs der Blankeneser Dampferbrücke wird 8 Monate in Anspruch nehmen. Dann haben wir Oktober 2005.
Zwischenzeitlich wird an einem Provisorium gedacht.
Die beiden Pontons werden bei Blohm & Voss repariert und in ein paar Wochen wieder hergestellt sein. Das Einrammen der Pfahlgruppen dauert etwa 4-5 Tage. Mit der Versicherung des Verursachers verhandelt z. Z. Strom und Hafenbau, um als vorübergehende Lösung eine gebrauchte Ersatzbrücke für die Blankeneser Verhältnisse umzurüsten und einzubauen.. Die Entscheidung darüber wird in der 2. Februarhälfte fallen. So könnte noch vor Ostern der Anleger Blankenese wieder genutzt werden.
Allen Beteiligten liegt sehr viel an der Verwirklichung dieser Zwischenlösung und wird vom BBV und den Blankeneser erfreut zur Kenntnis genommen.

Eigentlich wird die Einstellung der Schiffslinie Teufelsbrücke-Blankenese-Neuenfelde-Cranz der Hadag nicht ungelegen kommen. Diese Fährlinie ist seit Jahren defizitär. Zumindest in den Wintermonaten ist die Linie bei weitem nicht ausgelastet.
In Presseveröffentlichungen wird von einer gänzlichen Einstellung der Teillinie Teufelsbrück-Blankenese aus Spargründen berichtet. Diese Überlegungen im Vorstand der Hadag waren schon vor dem Unglück angedacht worden.
Ein interfraktioneller Antrag des Ortsausschusses Blankenese fordert die Hadag und Strom und Hafenbau auf, so schnell wie möglich, die Wiederherstellung des Anlegers Blankenese zu betreiben, damit die Fährlinie Teufelsbrück-Blankenese-Cranz wieder betrieben werden kann. Eine Einstellung der Fährlinie wird abgelehnt. Der wachsende Tourismus in Hamburg ,auch im Hinblick auf die Fußballweltmeisterschaft im Jahre 2006, verbietet es,diese touristische Attraktion einzustellen. Es wird auch hingewiesen auf die vielen Schüler des Gymnasiums Blankenese,die im Alten Land wohnen und auf die Fährlinie angewiesen sind.Der Antrag vom Ortsausschuß wurde einstimmig beschlossen.
Zur Zeit hat ein großer Kran die demolierten Pfahlgruppen des Anlegers aus dem Schlick der Elbe gezogen. Die Pontons sind in den Hamburger Hafen gebracht worden. Das erst am 1. Dezember 2004 eröffnete gelb gestrichene Fisch-Restaurant und der östliche Imbiß sind von dem Unglück schwer getroffen worden. Nicht nur, daß bei dem Rammstoß des Frachters Geschirr und Mobiliar zerstört worden sind,nein auch die Existenz der Betreiber und der Angestellten stehen auf dem Spiel . Auch deswegen ist eine schnelle Wiederherstellung des Fähranlegers Blankenese nötig.
Irgendwie fehlt ja auch etwas,wenn man die leere Fläche, mit den traurigen schwarzen Pfahlstümpfen sieht, wo früher mal der Blankeneser Bull`n war.

Die DLRG hat nun die Gunst der Stunde genutzt und der Strom- und Hafenbau einen genauen Plan für eine Wachstation auf dem Bull`n vorgelegt. Die Station soll oben auf der Aussichtsplattform gebaut werden. Diese Pläne des DLRG , daß die Aussichtsplattform geopfert werden soll, werden im BBV kritisch gesehen und abgelehnt.Zu rettende Badende in der Elbe wurden auch seit langen nicht mehr gesichtet.
Die Aussichtsplattform sollte, nicht zuletzt für die zahlreichen Touristen in Blankenese erhalten werden. Der BBV plädiert vielmehr für eine Erneuerung der Toilettenanlagen und den Neubaus des überalterten Kiosks auf der Ostseite des Bull`n.
Heiner Fosseck
27.2.06 05:53
 



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