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Links Hamburg, rechts die Nordsee, vorn Finkenwerder und hinten bald Dänemark. Um uns Blankenese. Über uns der Himmel. Unter uns die Elbe. Und wir: Mitten drin! Wolfgang Borchert

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Hochkamp? Ein Stadtteil, den es gar nicht gibt





Hochkamp? Ein Stadtteil, den es gar nicht gibt
Zwischen Rissen und Bahrenfeld liegt das größte Villengebiet Hamburgs, nein, von ganz Deutschland. Mitten durch führt eine Stadtbahnstrecke.
Wer hat da wohl Ende des 19. Jahrhunderts die Festlegung der einzelnen Bahnstationen angeordnet.? Für die Station – Haltepunkt Hochkamp war der Schwiegersohn des bekannten Kaufmanns R. M. Sloman jr, Friedrich Leopold Loesener der Spiritus Rector. Ende der 1890er-Jahre wurden von Loesener rund 100 ha bis dahin landwirtschaftlich genutzte Ländereien in Nienstedten (ca. 31 ha), Osdorf (ca. 42 ha) und Dockenhuden (ca. 26 ha)erworben.
Dieses zusammenhängende Gebiet wurde von Loesener in Villengrundstücke aufgeteilt, auf eigene Kosten ein Straßennetz angelegt und ein gemauertes Straßensiel gebaut, das bis zur Elbe führte. Dann wurden die erschlossenen Baugrundstücke an interessierte Bauherren verkauft. Beispielsweise wurde am 20. Januar 1898 ein Grundstück mit einer Größe von 4.000 m² für 12.450,- Mark, d.h. 3 Mark/m² verkauft. Bis März 1898 waren es bereits 23 Baustellen. Der Name der so entstandenen Villenkolonie war zunächst umstritten. Im Gespräch war der Name „Hohenfelde“ in Anlehnung an die Flurnamen „Hochfeld“ und „Hogenfelde“, die auf der Osdorfer und Dockenhudener Feldmark urkundlich belegt sind. Der Name „Hohenfelde“ wurde verworfen, um Verwechslungen mit dem Stadtteil Hamburg-Hohenfelde auszuschließen. Nienstedten hätte sich angeboten, aber ein dörfliche Namen war den hohen Herren nicht genehm. Man einigte sich schließlich auf den Fantasienamen „Hochkamp“ unter der Voraussetzung, dass auch der geplanten Haltestelle dieser Name gegeben werde. Notwendig wurde die Namensgebung nämlich durch die für den 2. März 1898 vorgesehene Eröffnung der Bahnstation auf der Strecke Altona–Blankenese. Finanziert wurde die Bahnstation, einschließlich notwendiger Überbrückungen und Bahnhofsgebäude, nicht von der Eisenbahnverwaltung, sondern von dem Investor.
Nachdem der Finanzier des Projektes Friedrich Leopold Loesener im Jahre 1903 verstorben war, brachten die Erben die noch nicht veräußerten Grundstücke in die neu gegründete Terraingesellschaft Hochkamp m.b.H. ein. Bis zu deren Liquidation Anfang der Dreißiger Jahre setzte diese den Verkauf von Hochkamper Grundstücken fort. Hochkamp bewahrte sein städtebauliches Bild, geprägt durch großzügige Villen mit parkartigen Grundstücken, bis zum heutigen Tage. Grund dafür ist die später so genannte „Hochkampklausel“, die nahezu alle Grundstückskaufverträge gleichlautend enthielten. Darin sind die Grundstücksgrößen und weitere Details wie Art der Bebauung und Grenzabstände festgelegt.[Danach verpflichteten sich der Käufer und seine Rechtsnachfolger, auf dem Kaufgrundstück nur ein Einfamilienhaus im Villenstil unter Einhaltung der vorgegebenen Abstände zu errichten, in welchem keinerlei gewerblicher Betrieb geführt werden darf.
Die Einhaltung der Hochkampklausel wird durch den im Jahre 1918 gegründeten Verein Hochkamp e.V. gewahrt. Angesichts der Lage und der attraktiven Grundstückspreise ist so mancher Besitzer versucht, Teile seines Grundstücks zu verkaufen. Zuletzt hat das im Jahre 1981 einer versucht und eine 2. Villa auf dem Grundstück errichten lassen. Er musste sie abreißen!!

So ist geklärt, dass bis heute ein paar Großvillen eine eigene Bahnstation bekamen. Rechts in Richtung Altona wurde ein Restaurantgebäude gebaut, das heute noch besteht, aber nur zur Vermietung für Wohnungsinhaber genutzt wird. Linkerhand in Richtung Altona ist das rote Verwaltungsgebäude früher für die Bahnmitarbeiter. Vor einigen Jahren war die Station noch mit großen Rasenflächen bedeckt. Eine Bahngaststätte veranlasste etliche Reisende der S-Bahn zum Verlassen der S-Bahn, um sich einen willkommenden Trunk von Alkoholika zu genehmigen. Alles vorbei.
Heiner Fosseck
27.11.16 09:42
 



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