Ein Baum im Hirschpark. Hoffentlich bleibt er uns noch lange erhalten.
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Links Hamburg, rechts die Nordsee, vorn Finkenwerder und hinten bald Dänemark. Um uns Blankenese. Über uns der Himmel. Unter uns die Elbe. Und wir: Mitten drin! Wolfgang Borchert

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"Dörch dat Johr" von Freddy Schnoor

Dörch dat Johr
Bet`n wat in Mecklnbörger Platt

ln'n Januor, denn dohn wi still

Noch hinnern Aben sitten,*1

Denn buten is noch nich veel los,

Blot freeren deiht't bi lütten.

In`n Februor, denn geiht dat meist

Mit ls un Snei tohopen,*2

Denn hebbt wi ok keen Lust un Tied,

Opn Acker rümtolopen.

Doch kümmt in`n März de Sünn herrut,

Dann möt wi uns fix rögen,*3

Denn heit dat, för de Sommersoot

To ackern un to plögen.

Un ín'n April ward't höchste Tied,

De Saaten uttoseien,

Wennt twüschendörch man regen deiht,

Denn lot den Wind man weihen.

Un denn, denn geiht dat Hoffen an

Den Mai, den Juni öwer;

leew Herrgott, pleg uns unse Saat*4

Un hal se glücklich röwer!

Wenn denn in`n Juli un August

Wi willn uns` Kurn inführen,

Denn schenk, leev Gott, schön Weder uns,

Wi willn uns denn woll röhren.

September un Oktober, na -

Denn sünd wi all bin`n Döschen,*5

Un bi de Austköst dohn wi uns*6

Ja denn ok en'n verlöschen.*7

Un denn, denn heit bi lütten dat,

De Wintersaat bestellen,

Un kuum gescheihn, denn deiht sick all

De Winter wedder mellen.

In`n Handümdreihen is he dor

Mit siene Wiehnachtsfreuden! -

Nu kummt dat ne'e Johr heran

Un bringt ok manchmol Leiden.

Leew Herrgott, wenn Du dat so künnst,

Mehr Freud uns jetzt to geben,

Denn dankt wi Di ut Hartensgrund

Un lot dat Neejohr leben!

Friedrich Schnoor 1908



*hinnern Aben sitten-hinter dem Ofen sitzen

*2 tohopen-zusammen(sitzen)

*3 fix rögen-schnell,möglichst viel machen(arbeiten)

*4 pleg-pflegen (z.B. die Gemütlichkeit)

*5 Döschen-Dreschen

*6 Austkost-Feier nach der Ernte(Erntedank)

*7 verlöschen (etwas mehr als normal "trinken"



***********************************************

Durch das Jahr

(Wörtlich übersetzt)

Im Januar, dann tun wir still

Noch hinter`m Ofen sitzen,

Denn draußen ist noch nicht viel los,

Bloß frieren tut es bei kleinem.

(Bloß frieren tut es ein bißchen)

Im Februar, dann geht es meist`

Mit Eis und Schnee zusammen,

Dann haben wir auch keine Lust und Zeit,

Auf dem Acker rumzulaufen.

Doch kommt im März die Sonne heraus,

Dann müssen wir uns ordentlich rühren,

Dann heißt es für die Sommersaat

Zu ackern und zu pflügen

Und im April wird`s höchste Zeit,

Die Saaten auszusäen,

Wenn`s zwischendurch man regnen tut,

Dann laß den Wind man wehen.

Und dann, dann geht das hoffen los

Den Mai den Juni über;

Lieber Herrgott pfleg` uns unsere Saat

Und hol sie glücklich rüber!*

*(Und laß sie gut gedeihen)

Wenn dann im Juli und August

Wir wollen unser Korn einfahren,

Dann schenk, lieber Gott, schön` Wetter uns,

Wir wollen uns dann schon rühren.

September und Oktober, na-

Dann sind wir schon am Dreschen,

Und bei`m Ernte-Dank tun wir uns

Ja dann auch einen verlöschen*

Und dann, dann heißt bei Kleinem es,

Die Wintersaat bestellen,

Und kaum geschehen, dann tut sich schon

Der Winter wieder melden.

Im Handumdrehen ist er da

Mit seinen Weihnachtsfreuden! -

Nun kommt das neue Jahr heran

Und bringt auch manchmal Leiden.

Lieber Herrgott, wenn Du das so kannst,

Mehr Freude uns jetzt zu geben,

Dann danken wir Dir aus Herzensgrund

Und lassen das Neujahr (hoch)leben!

*verlöschen, ordentlich einen Heben,

mehr als „normal“ trinken

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