Ein Baum im Hirschpark. Hoffentlich bleibt er uns noch lange erhalten.
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Links Hamburg, rechts die Nordsee, vorn Finkenwerder und hinten bald Dänemark. Um uns Blankenese. Über uns der Himmel. Unter uns die Elbe. Und wir: Mitten drin! Wolfgang Borchert

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Meine Putzfrauen



Früher, also in den sechziger und siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts des zweiten Jahrtausends nach Chr. hatte ich immer eine Putzfrau. Das waren meist immer Kriegerwitwen oder nähere Bekannte und Nachbarinnen. Meine Frau Bayer war bei mir über ein Jahrzehnt. Sie zog auch mit mir um, als ich von einer Einzimmerwohnung, für die ich 5000 DM verlorenen Baukostenzuschuss 1965 bezahlt hatte und auf der ich sehr stolz damals war, in die Vierzimmerwohnung am Lerchenfeld einzog. Diese Wohnung hatte ich auf Empfehlung meiner „Putze“ Frau Bayer bekommen. Ich hätte es weiß Gott nicht nötig in den kleinen Kabuff zu hausen, sagte sie. Sie wohnte auf dem gleichen Flur hatte den Schlüssel von meiner Wohnung. Wenn ich nach Hause kam war die Wohnung picobello aufgeräumt und sauber. Steckte ich den Schlüssel ins Schloss, dann kuckte sie schon aus ihrer Wohnungstür. Kurze Zeit später klingelte es und sie kam und sagte: „Herr Fosseck wollen wir mal einen kleinen „Öddeldöttel?“ .das hieß, einen Lütten zur Brust nehmen. Dass dies nun manchmal über Stunden ging und ein halber Kasten Bier und eine Flasche Korn vernichtet wurden, fanden wir normal. Das ging bis ihr Lebenspartner nach Hause kam. Der ging am Freitag immer in das Spielcasino Travemünde und man konnte an dem Aufstampfen seiner Beinprothese erkennen, wie seine Laune war. Hatte er gewonnen huschte er leicht wie eine Feder in seine Wohnung. War das Geld pardü dann polterte er auf dem Flur herum und meine Frau Bayer sagte nur: „ Na Malör gehabt.“ Frau Bayer bekam von mir hundert Mark im Monat, ob was gemacht wurde oder nicht.

Heute hat man gleich ein schlechtes Gewissen, wenn man Lisa oder Rita, die aus Polen oder aus Armenien stammten ohne Steuerkarte oder sonst was als Reinigungskraft beschäftigt. Genau habe ich das nie rausbekommen. Die Vornamen waren eingedeutscht, denn Frau Tkatschischin oder Frau Yüsbaschyanas oder was weiß ich, kann ich doch nicht behalten. Sie sind jünger und dicker als meine Frau Bayer und sie fahren alle naslang nach Ostpolen in ihr Heimatdorf. Zu Mama und Papa, die wären krank und liegen danieder und brauchen Hilfe. Im Sommer muss sowieso bei der Ernte geholfen werden. Wir probierten drei polnische Frauen aus. Alles das gleiche. Jetzt haben wir Frau Tkatschischin, die kann wohl kaum Deutsch und kuckt sehr streng. Die Hand gibt sie auch nicht. Nein, unterhaltsam sind sie alle nicht. Da ist die Sprachbarriere vor und den Völkermord an den Armeniern haben die Deutschen auch nicht zu verantworten.

Heiner Fosseck
21.2.17 14:09
 



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