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Links Hamburg, rechts die Nordsee, vorn Finkenwerder und hinten bald Dänemark. Um uns Blankenese. Über uns der Himmel. Unter uns die Elbe. Und wir: Mitten drin! Wolfgang Borchert

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Buchvorsellung "Meine ungeschminkten Jahre" im Hamburger Ziviljustizgebäude



Besuch einer Lesung im Ziviljustitzgebäude
Gestern war ich bei einer Lesung im Ziviljustizgebäude am Sievekingsplatz 1. In diesen Riesengebäude, dass sich um einen großen Innenhof gruppiert, werden normalerweise Scheidungen verhandelt und sonstige zivile Sachen entschieden. Gestern fand die Lesung und Vorstellung des Buches „Meine ungeschminkten Jahre“ dort statt. Nachdem man einen pompösen Eingang durchschritten und sich einen Plan vorsorglich an der Rezeption abgeholt hatte, ging man durch lange Gänge mit vielen Türen bis zum Ende und dann wieder einen 50 m langen Gang links und nun nach oben oder unten die Treppen hoch? Ich bin nach unten gegangen. Dort war es düster und unheimlich. Ich glaube, dass sich hier schon etliche verirrt haben und man wohl schon vertrocknete Leichen in einigen Kammern aufgefunden hatte. Ich hörte oben Stimmen und dann ging es fix. In einem riesigen Treppenhaus standen Stühle und Bänke. Hier sollte die Lesung stattfinden. Drunten im Grundbucharchiv. Gottseidank fand ich schon zwei SnHH Mitglieder vor. In einer Hand ein Glas Weißwein. Das konnte ich jetzt auch gut ab. Die zwei Autoreninnen waren schon da. Stefanie Gieselbach in einen schneeweißen Kleid, wie die personifizierte Unschuld. Sie hatte mit den rüden Methoden der amerikanischen Justiz und dem brutalen Strafvollzug der US A unliebsame Erfahrungen gemacht und nun mit Hilfe einer Mitautorin ihr Buch „Meine ungeschminkten Jahre“ veröffentlicht. Es geht im Inhalt um ihre öffentliche Verhaftung auf dem Flughafen O`Hara und anschließende Untersuchungshaft. Nach einigen Jahren wurde sie auf Kaution freigelassen. Sie durfte jetzt nur mit elektronischen Fesseln herumlaufen. Sie arbeitete als Kellnerin und Sozialarbeiterin. Endlich kam ihre Sache zur Gerichtsverhandlung. Nach ihrer Verurteilung durch das zuständige Gericht, die ein Schock für ihre Familie und Freunde war, wurde sie für knapp ein Jahr in ein Frauengefängnis gebracht. Dort lebte sie mit Mörderinnen, „schwarzen Witwen“ und sonstigen Verbrecherinnen zusammen. Für eine junge Frau aus Hamburg war das eine grausame Erfahrung. Weswegen saß sie nun mit Anfang 30 im Gefängnis? Die bekannte Firma A.W. in Hamburg hatte im großen Stil Honig aus China über ihr Büro in Chicago in die USA importiert und die Zölle nicht abgeführt. Außerdem war ein Teil des Honigs mit Antibiotika verunreinigt. Da Frau Gieselbach davon wusste, wurde sie angeklagt und gesamtschuldnerisch auf 17 Millionen Dollar Entschädigung verklagt. Die Firma A. W. in Hamburg hat ihre Mitarbeiterin in der Misere hängen lassen. Ihr Chef in Chicago, eine bekannte Persönlichkeit in Hamburger gesellschaftlichen Kreisen, hatte einen Deal mit den US Ermittlungsbehörden gemacht und wurde nicht ins Gefängnis gesteckt. Jetzt ist Frau Gieselbach seit zwei Jahren wieder in Deutschland und darf als Vorbestrafte nicht mehr in die USA reisen. Da werde ich auf jedem Fall auch nicht mehr hin wollen.
Heiner Fosseck
2.3.17 13:45
 



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