Ein Baum im Hirschpark. Hoffentlich bleibt er uns noch lange erhalten.
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Links Hamburg, rechts die Nordsee, vorn Finkenwerder und hinten bald Dänemark. Um uns Blankenese. Über uns der Himmel. Unter uns die Elbe. Und wir: Mitten drin! Wolfgang Borchert

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Besuch des Blankeneser Bürger-Vereins bei der „Mülle“

Die Müllverwertung Borsigstraße liegt etwas abseitig in einem Industriegebiet zwischen Rothenburgsort und Billwerder Insel. Von Blankenese aus musste die 12 köpfige Gruppe des BBV unter der bewährten Leitung von Heiner Krause drei S-Bahnen und 1 Bus benutzen, um die riesige Müllverbrennungsanlage in der Borsigstraße zu erreichen. Der kompetente Herr Popp erwartete uns und dann wurde die Gruppe in einen Saal geführt. Herr Popp hielt uns einen Vortrag über die Funktionsweise der Anlagen. Draußen fuhren ununterbrochen riesige Laster raus und rein. Jedes Mal wurden die Laster gewogen, denn der abgelieferte Müll wird wohl nach Gewicht berechnet. Eine Tonne Müll kostet etwa 50 Euro. In zwei 30 m hohen Verbrennungsöfen wird der Müll der Stadt bei 850 Grad verbrannt und gleichzeitig Dampf für die Fernwärme erzeugt. Seit 1994 werden hier mittels der bewährten Technik der Rostfeuerung im Jahr mehr als 320.000 Tonnen Abfall aus den Hamburger Haushalten „rund um die Uhr“ verbrannt. Die Anlage hatte damals 160 000 000 DM gekostet. 10 % der Kosten des neuen Konzertsaales in der Hafencity. Die so gewonnene Energie wird in Form von Dampf zur Fernwärmeversorgung der Hamburger Haushalte genutzt. Eigentlich gab es in und um Hamburg drei große Müllverwertungen, da aber die Hamburger so gute „Mülltrenner“ sind, wurde mangels Müll die große Müllverwertung in der Schnackenburgsallee stillgelegt und zusätzlich Müll aus den Ausland zur Verbrennung importiert. Das war uns neu. Die verbliebenen Schlacken und der Gips von der Rauchgasentschwefelung werden gegen gutes Geld an die Industrie verkauft.
Eine dritte Linie der Müllverbrennung verbrennt belastete Biomasse wie Holz- und Baumschnitt, sowie imprägniertes Holz und gelacktes Holz. Jede Verbrennungslinie hat einen 50 m hohen Kamin. Hierwerden nur Wasserdampf und nur noch wenig Rauchgas in die Hamburger Umwelt entlassen. Das aufwändigste und teure an der Müllverbrennung sind die Rauchgasanlagen. Die eigentliche Verbrennung macht nur einen geringen Teil der Kosten aus. Die erzeugte Wärme wird in Dampf verwandelt und durch großformatige Rohre in das in Sichtweite liegende Kraftwerk Tiefstack transportiert, wo durch Wärmetauscher der Dampf in siedendes Wasser für die Fernwärmekunden der Hamburger Bevölkerung zugeleitet wird.
Das 2005 als dritte Linie errichtete Biomassekraftwerk verwertet jährlich mehr als 150.000 Tonnen Altholz der Klassen A1-A

Dank der aufwendigen Rauchgasreinigung ist es möglich, fast alle anfallenden Reststoffe zu verwerten und in den Stoffkreislauf zurückzuführen. Die hohe Effizienz der Reinigungstechnik zeigt sich auch bei den Emissionen. Die gesetzlichen Grenzwerte werden zum Teil bis zu 99% unterschritten.
Bei einen Rundgang durch die gewaltigen Anlagen der Müllverwertung kamen wir aus dem Staunen nicht heraus. Mal schauten wir in den 30 m tiefen Müllbunker hinab. Oben saß ein einsamer Kranführer und baggerte ununterbrochen Müll in die Verbrennungsöfen. Dann gingen wir die vielen Treppen hinauf und hinab. Vorbei an brüllenden Exhaustoren, sahen durch ein kleines Loch in die Höllenglut der Öfen. Überall Kabel, Röhren, Elektromotoren und noch vieles, was ich nicht verstanden habe. Mittendrin in der Höhe war die Leitwarte der Anlagen. Fünf, sechs Mann sitzen an 51 Monitoren und schauen etwas gelangweilt unsere Gruppe an. Fährt die Anlage doch weitgehend automatisch. Die Anlage ist mit der Behörde für Umwelt und Energie per Datenleitung verbunden. Sollten mehr Schadstoffe durch die Schornsteine gejagt werden, dann fragt gleich das Amt an, was hier los ist.
Schnurstracks eilten wir mit Bus und Bahn zurück nach Blankenese. Vielen Dank Heiner Krause für diese interessante Führung.
Heiner Fosseck
2.5.17 19:04
 



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