Ein Baum im Hirschpark. Hoffentlich bleibt er uns noch lange erhalten.
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Links Hamburg, rechts die Nordsee, vorn Finkenwerder und hinten bald Dänemark. Um uns Blankenese. Über uns der Himmel. Unter uns die Elbe. Und wir: Mitten drin! Wolfgang Borchert

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Andre Rieu und das Johann Strauß Orchester in Hamburg



Einmal wollten wir Andre Rieu live erleben und als er nun mit seinem großen Orchester am 22. Februar 2017 auch nach Hamburg in die Arena im Volkspark kam, gab ich die 67 € für eine Eintrittskarte aus. Wir waren rechtzeitig vor Ort und um den richtigen Eingang zu finden, mussten wir im Dunkeln einmal um die Arena tapern. Die Arena war mit geschätzten 7000 Besuchern gefüllt. Pünktlich um 20 Uhr marschierten Rieu und seine Musiker und Sänger ein. Die Damen in blauen und rosafarbigen Tüllballkleidern und die Männer im eleganten Anzug. Wir saßen im Innenraum wohl 50 m von der Bühne entfernt auf Klappstühlen. Gottseidank gab es zwei übergroße Videowände, wo man das Geschehen auf der Bühne erkennen konnte. Das Bühnenbild hinter dem Orchester war auch übergroß und wechselte je nach dem, welches Thema das Orchester spielte . Mal spielte ein Zitherspieler das Thema aus dem „dritten Mann“ und ein herrliches Bild vom Riesenrad im Prater in Wien wurde eingespielt. Die Technik von Bild und Ton waren Bewunderns würdig. Alles war perfekt. Bis auf das Publikum im Saal. Das saß etwas bräsig auf den Klappstühlen. Mal wurden wir aufgefordert zum Klatschen und zum Mitsingen. Das war etwas dürftig. Es stellte sich heraus, dass viele aus Nah und fern angereist waren und das siebte oder achte Jahrzehnt schon erreicht hatten. Ja, das von der eingängigen Musik beseelte Publikum in Mexiko-City oder in Südamerika ist mit den Hamburgern nicht zu vergleichen. Aber als der Walzer „An der blauen Donau“ erklang, da tanzten doch einige Paare in den Gängen. Frank G. rettete die Ehre für Hamburg und überredete seine etwas zögerliche Lebenspartnerin zum fulminanten Walzertanz. Ravels „Bolero“ wurde gekürzt gespielt, aber durch ein dramatische Videobild unterstützt. Zum großen Finale brach ein riesiges Flammenmeer mit der Musik schlagartig zusammen. Wunderbar! Beim Sportpalastwalzer wurde ordentlich mit gepfiffen. Das tröstete Rieu und er erzählte, dass seine Heimat Maastricht sei und er dort wohne. Es wäre eine schöne Gegend. Dies erzählte er dreimal. Nun waren die Zuschauer so langsam aufgetaut. Eine blutjunge Sängerin sang so eingängige Lieder wie “Deine Lippen küssen so heiß“ und „Wenn du denkst der Mond geht unter“. Zum Radetzky-Marsch marschierten wir zum Schluss aus dem Saal, während viele Besucher noch „Zugabe“ riefen. Aber wir wollten nicht in das große Gewühl kommen und waren tatsächlich vor Mitternacht im Haus.
Heiner Fosseck
23.2.17 11:58


Meine Putzfrauen



Früher, also in den sechziger und siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts des zweiten Jahrtausends nach Chr. hatte ich immer eine Putzfrau. Das waren meist immer Kriegerwitwen oder nähere Bekannte und Nachbarinnen. Meine Frau Bayer war bei mir über ein Jahrzehnt. Sie zog auch mit mir um, als ich von einer Einzimmerwohnung, für die ich 5000 DM verlorenen Baukostenzuschuss 1965 bezahlt hatte und auf der ich sehr stolz damals war, in die Vierzimmerwohnung am Lerchenfeld einzog. Diese Wohnung hatte ich auf Empfehlung meiner „Putze“ Frau Bayer bekommen. Ich hätte es weiß Gott nicht nötig in den kleinen Kabuff zu hausen, sagte sie. Sie wohnte auf dem gleichen Flur hatte den Schlüssel von meiner Wohnung. Wenn ich nach Hause kam war die Wohnung picobello aufgeräumt und sauber. Steckte ich den Schlüssel ins Schloss, dann kuckte sie schon aus ihrer Wohnungstür. Kurze Zeit später klingelte es und sie kam und sagte: „Herr Fosseck wollen wir mal einen kleinen „Öddeldöttel?“ .das hieß, einen Lütten zur Brust nehmen. Dass dies nun manchmal über Stunden ging und ein halber Kasten Bier und eine Flasche Korn vernichtet wurden, fanden wir normal. Das ging bis ihr Lebenspartner nach Hause kam. Der ging am Freitag immer in das Spielcasino Travemünde und man konnte an dem Aufstampfen seiner Beinprothese erkennen, wie seine Laune war. Hatte er gewonnen huschte er leicht wie eine Feder in seine Wohnung. War das Geld pardü dann polterte er auf dem Flur herum und meine Frau Bayer sagte nur: „ Na Malör gehabt.“ Frau Bayer bekam von mir hundert Mark im Monat, ob was gemacht wurde oder nicht.

Heute hat man gleich ein schlechtes Gewissen, wenn man Lisa oder Rita, die aus Polen oder aus Armenien stammten ohne Steuerkarte oder sonst was als Reinigungskraft beschäftigt. Genau habe ich das nie rausbekommen. Die Vornamen waren eingedeutscht, denn Frau Tkatschischin oder Frau Yüsbaschyanas oder was weiß ich, kann ich doch nicht behalten. Sie sind jünger und dicker als meine Frau Bayer und sie fahren alle naslang nach Ostpolen in ihr Heimatdorf. Zu Mama und Papa, die wären krank und liegen danieder und brauchen Hilfe. Im Sommer muss sowieso bei der Ernte geholfen werden. Wir probierten drei polnische Frauen aus. Alles das gleiche. Jetzt haben wir Frau Tkatschischin, die kann wohl kaum Deutsch und kuckt sehr streng. Die Hand gibt sie auch nicht. Nein, unterhaltsam sind sie alle nicht. Da ist die Sprachbarriere vor und den Völkermord an den Armeniern haben die Deutschen auch nicht zu verantworten.

Heiner Fosseck
21.2.17 14:09


Es muss doch Frühling werden von Emmanuel Geibel 1815-1884



Und dräut der Winter noch so sehr
Mit trotzigen Gebärden,
Und streut er Eis und Schnee umher,
Es muß doch Frühling werden.

Und drängen Nebel noch so dicht
Sich vor den Blick der Sonne,
Sie wecket doch mit ihrem Licht
Einmal die Welt zur Wonne.

Blast nur ihr Stürme, blast mit Macht,
Mir soll darob nicht bangen,
Auf leisen Sohlen über Nacht,
Kommt doch der Lenz gegangen.
Da wacht die Erde grünend auf,
Weiß nicht, wie ihr geschehen,
Und lacht in den sonnigen Himmel hinauf,
Und möcht vor Lust vergehen.

Sie flicht sich blühende Kränze ins Haar
Und schmückt sich mit Rosen und Ähren,
Und läßt die Brünnlein rieseln klar,
Als wären es Freudenzähren!

Drum still, und wie es frieren mag,
O Herz, gib dich zufrieden,
Es ist ein großer Maientag
Der ganzen Welt beschieden.

Und wenn dir oft auch bangt und graut,
Als sei die Höll' auf Erden:
Nur unverzagt auf Gott gebaut,
Es muß doch Frühling werden.
21.2.17 13:56


Hamborger Leed von Friedrich Schnoor

Di will mien scheunstes Leed ick singen,
So recht ut vulle Seel und Hadd.
To Ehr un Dank will ick di‘t bringen,
Mien olle gode Vaderstadt!
Bün wied all in de Weit rümkomen,
Wo id ok weer, in watt förn Land;
Mit Ehrforcht heww ick nennt dien Nomen,
Mien Hamborg an den Elbestrand!
Di will ick deep in Hadden dregen,
Di, mien oll leewste Placken Eer.
Uns‘ Herrgott geew di sienen Segen,
Mien Stadt, wo id mol glücklich weer!
Wo Mudder op'n Arm mi drogen
Und tru mi feuhrt hett Vadders Hand.
Mien Hadd ward ümmer för di slogen,
Mien Hamborg an de Woderkant!

Di mutt ick ümmer wedder loben;
Keen Stadt giwwt, de mi so geföllt!
Dien stolten Scheep, un denn dien Hoben,
Nicks Scheuners giwwt woll op de Welt!
Un denn dien lütten Deerns vör allen!
Un nehmt se ok vorn Mund keen Blatt,
De möt jo jedeneen gefallen,
Wenn se so klönt op jemmer Platt.
Di will ut vulle Bost ick priesen,
Mien leew Hamhorger Muddersprok;
Klings mi in'd Hadd as Himmelswiesen,
Di sprek ick lies, wenn nachs ick wok.
Ut Öllernmunn dehst seut du sweben,
Du weerst min Sprok in Storm un Not,
För di, mien Plattdütsch, will ick leben,
Di swör ick Tru bitt in denn Dot!

Deh ok dat Schicksol weg mi drieben,
Un koom ick ok nich wedder trüch,
Mien Sehnsucht ward in‘n Hadden blieben
No Jungfernstieg un Lombardsbrüch.
Ne ne, ick kann jug nich vergeten,
Mien Bismarck, Michel, Reeperbohn!
Dann müß man mi nich ‚Hummel‘ heeten,
Un müß keen Plattdütsch ick verstohn.
Un wenn uns‘ Herrgott mi sull ropen:
„Nu kumm, mien Söhn, dien Tied is üm!“
Denn segg ick: „Herr, o lot mi slopen
In Heimot-Eer, ick bidd dorüm!“
Un sull dor denn en Graffsteen wesen,
För mi sett to Erinnerung,
Sall man op Plattdütsch dorop lesen:
„Hier slöppt een echt Hamborger Jung.“

Hamburg 1921
15.2.17 19:42


Begnungen mit Gustav Falke und Detlef v. Liliencron

In dat nafolgen lütt Vertellsel erinnert sik Schnoor an sien Hamborger Kinnertied un an de Begegen twüschen den ut Lübeck stammen Dichtersmann Gustav Falke un den beropen Dichter Detlef v. Liliencron As Grööntüüchhändlerskind hett Schnoor düsse Begegen quasi "üm't Eck" mitbeleevt. Uns Hütigen schient düt Begeevnis eentlich ganz normal — worüm reegt se sik op? wo is hier de Pointe?, fraagt wi uns. Ehrder sünd wi verwunnert, dat sik de unpünktliche Gast nich entschülligt. Man twüschen de Reegn snackt hier de ole, faken romantiseerte Geist vun de Stände-Sellschap. Rang un Stand güll veel. En Baroooon...!
Kartüffelsupp bi Gustav Falke

Dormols, to Anfang de Negendiger Johrn, wahn Gustav Falke in Eilbeck. In de sülwig Stroot lewten ok mien Öllern; blot'n poor Hüüs' wieder lang. Mien Öllern harrn een'n Loden: "Frucht-, Gemüse- und Konservenhandlung" stünn mit grote Bookstaben öber de Döhr moolt.

De Froo von unsen Dichter heur to uns' däglichen Kunn, un wenn se in unsen Loden stünn un de Woorn, de se bi uns köfft, in ehr Handtasch harr, un keen Kunn wieder dor weern, snack se noch geern n' Stremel mit mien oll brove Mudder: öber't Koken, öber ehr lütten Döchter un öber alls, wat sick son Huusfroons sünst noch to vertelln hebbt. Un mennigmol see mien Mudder: Ümmer, wenn se mit ehr sproken harr, weer'd ehr west, as wenn von den'n Sünnschien ut dat Falkesche Huus een lütten Strohl mit in unsen lütten düstern Loden rinkoom'n weer. — Och, un wi kunn' düssen lütten Strohl so god bruken!
Ober ok ehr Mann, de Dichter sülwst, keum bi uns un köff in; un wenn ick ok man noch 'n Jung weer, so weet ick doch noch sehr god, dat he fründlich weer un sick mennigmol mit mien Öllern plattdütsch ünnerholln hett.

Dormols weer uns' Falke nebenbi noch Musiklehrer. He harr sick as Dichter noch nich dörchsett. Em güng dat as all de lewenden Dichters; he müss' sick mit sien Familie swoor dörchhelpen. — He geew also noch Ünnerrich in de Musik; de Stünn to föffdig Penn! En suures Brot!


Gustav Falke 1905

Dat weer to de Tied, as Detlef v. Liliencron, de dormols as Dichter all en'n groten Noom harr, sick för Falke insetten deh. Liliencron harr all op Falke henwiest un sien Dichtungen god kritisiert. Breew harrn se ok all wesselt, blot perseunlich weern se noch nich tosom'n koom'n.

Dor keem eens Doogs Fro Falke in unsen Loden un see: Se harr'd hüt ielig, mien Mudder much ehr gau dit un dat gewen, denn se kregen hüt noch Beseuk, vördem ober wull se mit ehrn Mann noch to Stadt und Inkeupe moken.

Falkes harrn en Mäken, de weer von't Lann, en true Seel, blot de Klookheit harr se nich mit Löpeln eeten. De kümmt'n Stunnstied noher in unsen Loden, hoolt'n Kleenigkeit un seggt denn to mien Mudder: "Denken S' sick mal an, eben sünd mien Herrschaften weggahn, — dar bimmelt dat, un as ick de Döhr upmak, dor steiht dor'n Kirl, de fröggt, ob Herr Falke to spreken is. Ne, segg ick, de Herrschaften sünd grad ewen weggahn, öwer se wörrn woll bald wedder kaam'n, denn se teuben up Beseuk. Dat weer jo schaad, see he to mie, denn keum he naher wedder vör. Ick süll mien'n Herrn man bestelln, dat Baron vun Liliencron hier west weer; un denn is he wedder weggahn. Denken S' sick blot mal an", see se denn to mien Mudder. "En Baron! Wat hett mien Herr doch för fiene Bekanntschaften! Ower ick weit nich, de Kierl seihg mi gornich na'n Baron ut, he wier mie veel to gradtau."


Detlev v. Liliencron
Falkes koomt no Huus un heurt jo nu, wer dor west weer. Na, nu weer de Opregung jo grot. Liliencron harr sick ober in sien' Breew eers to nohmdoogs Klock fiew anmelld. Nu müssen se eers mol snell to Middag eeten, denn de Baron kunn villich bald wedder koom.

Dat Middag steiht up'n Disch un de Familie fangt grod an to eeten; et geew hüt Kartüffelsupp. Opnmol klingelt dat an de Huusdöhr, dat Mäken geiht henn un mokt up. Falkes heurt buten en pultrige forsche Männerstimm, un gliek dorup geiht de Stuwendöhr up, und rin kümmt Baron v. Liliencron!

Na, de Schreck, den'n Falke un sien Froo kregen, lett sick nich beschriewen. Se sprüngen all von'n Disch up un de Baron drück jeden de Hand, as wenn se all olle Frünn west weern.

Liliencron see: "Bitte, lassen Sie sich nicht beim Essen stören! — Was gibt 's denn heute? — Aha, Kartoffelsuppe! Herrlich, herrlich! Kartüffelsupp, Kartüffelsupp, de ganze Woch' Kartüffelsupp! — O gnädige Frau", wenn he sick denn an Froo Falke, "Kartoffelsuppe esse ich für mein Leben gern. Ein herrliches Essen!" Un nu wör sick denn mit Liliencron tosom wedder an'n Disch sett.

Woveel Töller von de Kartüttelsupp de "Poggfreddichter" eeten hett, kann ick nich seggen. Ober smeckt hett se em.
15.2.17 19:35


Konfermatschon in'n Gängeviertel von Friedrich Schnoor, Hamburg 1919


„Hein, Hein stoh op, dat ward de heuchste Tied!
röppt Schipper Kohrs un treckt sick an.
Du weest doch, wat förn hogen Dag is hüt.
Wi möt no Kark henn, holl di ran.“

„Jo Vadder, jo ick koom all“, röppt lütt Hein
Un riwwt sick gau nochmol de Ogen ut,
Swingt ut'n Bett denn rut mit beide Been
Un löppt an'd Finster ran un kickt dor rut.



„Wat hesst du denn to kieken?“, brummt de Ool,
„Marsch, wasch un kämm di, ick bün all gliek sowiet,
Ok Mudder is all trecht. Verdreiht noch mol,
Wat steihst dor noch un kickst rut no de Stroot!“

„Oh Vadder“, seggt de Jung, „dat harr'k nich dacht,
Op so een'n Dag, wo ick warr konfermeert,
Dor hebbt se nich mol op'n Hoff fien flaggt!
Ick meen doch sekeer, dat ick dat bün wert.“

„Du dummer Jung, wat billst du di denn in“,
Seggt Vadder Kohrs, un lacht dorbi ganz luud.
„Nu mook man, dat du kümmst in'n Antog rin,
Un denn fix bi un drink Dien'n Kaffee ut.“

„Jo jo, ick mok all“, seggt recht kott lütt Hein
Un wascht un kämmt sick un treckt gau sick an.
Wat kleed de nee'e Patsche em bloot fien!
Nu kümmt he richdig vör sick as een Mann.

„So“, seggt de Ool, „büst Du nu endlich proot?
denn drink dien 'n Kaffee ut. Dat ward nu Tied.
Nimm dien Gesangbook, Mudder,
sünst koomt wi noch to loot.
De Paster teuwt nich.—Heur, de Klocken lüüdt!"

Nu sünd se op de Trepp un goht hendohl.
Ün'n op'n Hoff kiekt Hein nochmol ümher,
He wull sien Frünn sick wiesen doch geern mol,
De sülln doch mol kieken, wo smuck he weer.

„Na, nu man to Hein, goh du man vörweg,“
Seggt Vadder Kohrs, “wi beid goht achterran.“
So koomt se denn all' dree no de Stroot nu rop.
Un duurt nich lang'n, langt se bie'n Michel an.



Wat is dat in de Kark doch fierlich hüt, —
Un soveel Minschen sünd all dor!
Kohrs un sien Froo sidd beid in de Midd,
Un Hein steiht vörn, dicht bien Altor.

Kuum hett dat utlüüd, as de Orgel brummt,
Un bowen runn von'd Chor teunt en Chorol.
Nu kümmt de Paster. — De Gesang verstummt.
Een „Vaderunser“ beed de Herr ersmool.

Un denn güngt los. Wat predigt he doch scheun!
He kenn sien Lüüd un wüss to packen ehr.
All Johrelang weer he in de Gemeen,
Harr mennigeen dorvon döfft, de hier nu weern.

Ok Mudder Kohrs wisch still sick aw ne Troon.
Se weer so week un harr all dörchmokt veel.
Nu,wo ehr eenzig Kind süll in de Welt rutgohn,
Dor güng dat dubbelt ehr an Hadd un Seel.



De Paster sweeg. — De Predigt weer to Enn.
De Konfermanden kneeten vör'n Altor.
De ool Herr heew nu beide Hänn
Un seegen nu de junge Christenschoor.

Nu weerd vörbi, un währn'd de Orgel bruus
Güng langsom ut de Kark nu de Gemeen.
Ok Kohrs un sien lütt Froo güng'n still no Huus,
Un in de Midd harrn se ehrn Hein.

„Mien Jung!“, seed Kohrs, as se in'd Huus nu weern,
Un ward em op den'n Kopp de Hänn nu leggen,
„Von'n Paster dehst du eben Godes heurn,
Nu will ick di as Vadder noch wat seggen:

Du geihst nu in de Welt, to Schipp nu weg,
Lettst mi un Mudder beid hier trüch.
Doch süll di't god gohn oder slech,
Doh stets dien Schülligkeit un Plich.

Wat di ok in de Segel fohrt,
Holl dienen Kopp un Nacken stiew.
Du weest, du büst von gode Ort;
Dat Slechte holl di stets von'n Liew.

Kennst du Gorch Fock? — Schood, he is dot.
Von den'n kannst du noch veeles lehrn.
Lees mol sien Book „Seefahrt is Not“!
Denn weest, wat sick för di deit heurn.

Jo, so een Seemann müsst du warrn
As wie Klaus Meewes eener weer!
Wenn wi von dit Slag mehr blot harrn,
Denn güngt hüt anners bi uns her.

Denn seeten wi nich mehr in son Schann,
Wo uns de Fiend den'n Hals tosnöört.
Denn harrn wi em rutjoogt längs ut'n Lann;
Den'n harrn wi all dat lopen lehrt!

Den'n harrn wi wiest, wat Dütschland is!
Un dat wi noch en starke Mach! —
Dat harrn wi dohn, dat is gewiß,
Harrn wi mehr son von Klaus Mewes sien Slag.

Dorüm mien Söhn: „Seefahrt ist Not!“
Hier is dat Book. — Ick schenk di dat.
Richt di dorno! — Is Fock ok dot;
He leewt in jedes Minschenshadd! —



Un wenn du denn trüch mol kümmst
Un sühst von Fern den'n „Michel“ stohn,
Un denn den'n Kurs von Hoben nimmst,
Denn schoom di nich, wisch aw ne Troon!

Si stolz op dien ool Vaderstadt!
Hol ok dien Modersprook in Ehrn!
Un seggt mol een di dorop wat,
Den'n möt se den'n Hamborger Jung kenn'n lehrn.

Un nu mien Söhn, bliew brav as nu. —
Un goh mit frischen Mot an Bord,
Dien Mudder un ick, wi bliewt di tru,
Un beed för di üm gode Fohrt!"

Un Vadder Kohrs giwwt em en Kuss. —
„Un op steiht di ümmer dien Öllernhus!“
Mudder Kohrs weent liesen nu un seggt:
„Mien leewe Jung, nu hol di stief,
un vergeet dien Vadder un Mudder nich!“

Friedrich Schnoor, Hamburg 1919
15.2.17 19:17


15.2.17 19:08


10 Tage war mein Blog nicht erreichbar.



Mit Bedauern musste ich feststellen, dass mein Blog Blankenese@Myblog.de 10 Tage nicht erreichbar war und 600000 andere Blogs wohl auch nicht. Warum und wie so ist nicht mitgeteilt worden.
Jetzt ist er wieder oline.

Heiner Fosseck
15.2.17 11:12


Gottes Segen wirk`im Teig

Bäcker Körner in Blankenese
„Wer nicht tüchtig kneten kann, ist kein rechter Bäckersmann.
Packe zu, spar' keine Kraft, durch und durch den Teig geschafft!
Hand und Arm und Finger drückt, jeder Klumpen wird zerstückt.
Jedes Teil das andre fand, mächtig fühlt das Mehl die Hand.
Greife fest und schaff' und schweig': Gottes Segen wirk' im Teig!“

Um 23 Uhr, wenn Freitagabends Hamburgs flippige Jugend in die Disco strömt, wird in der Bäckerei Körner in der Blankeneser Landstraße mit dem Backen von Broten, Brötchen, Gebäck und Torten für das Wochenende begonnen.
Sabine Möller, Bäckermeisterin und Konditorin und Mutter zweier Söhne noch dazu, ist stolz darauf, dass man beim „ BBBB-Bäcker“ Körner keine aufgebackenen Produkte bekommt. Denn dies garantiert das Siegel „Bäcker Backen Beste Brötchen.“ Sie führt nun schon in der vierten Generation seit Anfang 2002 mit Erfolg die handwerklich ausgerichtete Bäckerei Körner. Ihr Vater Hartmut Körner, hat ihr wohl die Liebe zum Backen in die Wiege gelegt.
Wer will fleißige Hände sehen, der muß Freitagmorgens mal zu Körner in die Backstube gehen. Seit zwei Uhr arbeiten hier acht flinke Gesellen und Lehrlinge. Geduldig und kompetent erklärt Sabine Möller, die auch schon frühmorgens im Laden steht, was ein Teigkessel ist und wie die Knetmaschine funktioniert. 20 verschiedene Brötchen und 20 Brotsorten und in der engen Konditorei, die früher die Küche der Familie Körner war, werden außerdem 30 verschiedene Kuchen und Torten hergestellt. Ich darf mal an der Hefe riechen und dort in die großen Töpfe mit dem Sauerteig gucken. Mit der Teigteil-Wirkmaschine werden Brötchen in Form gebracht. In der Sauerteiganlage liegt schon altes Brot bereit. Ich stolpere fast über einen Sack Roggenschrot und Weizenmehl wird in so großen Mengen verarbeitet, dass das Mehl aus dem Keller hochgepumpt werden muß. Überall Bleche mit Teige für die Franzbrote, die nach dem Kneten noch ruhen müssen. Jetzt zum Ende der Arbeit in der Backstube werden Schwarzbrote von den Teigmachern geknetet. Die Brötchen und Semmeln sind schon im Laden oder auf den Weg in die Geschäfte. Am Daub Backofen steht souverän Ofengeselle Fürstenberg und setzt „Der kleine Max“ Bauernbrote auf dem Ofenrollwagen. Dampf zischt auf, das gibt eine herzhafte Kruste. Die Mitarbeiter scheinen sich sehr wohl zu fühlen, denn viele sind seit Jahrzehnten hier tätig. Drei Gesellen arbeiten Hand in Hand, um die Franzbrote fertig zustellen. Da wird gerollt, verschiedene Teigplatten aufeinandergelegt, mit Schokoladenmasse bestrichen, geschnitten, gedrückt, gefaltet und zu 15 Stück auf Bleche gesetzt. Ein Euro kosten die Franzbote später im Laden. „Wann denn nun die Arbeitszeit beendet sein wird“, frage ich. „Wenn die Arbeit getan ist“ und heute um 23 Uhr beginnt die nächste Arbeitsnacht der tüchtigen Körner-Mannschaft.

700 Jahre Blankenese wurde 2001 in ganz Blankenese gefeiert und da passte es gut, dass Bäcker Körner just 100 Jahre bestand. 1901 fing Hinrich Martin Körner im Keller des Hauses Blankeneser Landstraße 13 mit dem Brotbacken an. Eine denkbar schlechte Lage, direkt an der damals recht ländlichen Chaussee nach Wedel, weit ab vom dicht besiedelten Blankeneser Treppenviertel, wo schon in der Blankeneser Hauptstraße, damals Elbstraße, vier Bäckereien existierten. Max Körner, der auf seinen Lehr- und Wanderjahren auch in Wien gearbeitet hatte, übernahm 1932 die Bäckerei Körner. „Wiener Bäckerei“ stand seitdem auf dem schmiedeeisernen Firmenschild mit der goldenen Brezel. Als 1939 der zweite Weltkrieg begann, wurden immer mehr Männer zum Wehrdienst eingezogen. Auch bei Bäcker Körner fehlten viele Männer. Brot, Fette, Zucker Kohlen, alles wurde jetzt vom Amt zugeteilt. Zeitaufwändig mussten die Lebensmittelmarken von den Bögen abgeschnippelt, aufgeklebt und im Katharinenhof abgeliefert, um dann gegen Bezugsscheine für Mehl, Kohle, Fette, umgetauscht zuwerden. Auch die Frauen standen jetzt in der Backstube. Der 1940 geborene Hartmut Körner, wurde im Brotkorb abgelegt, während die Mutter von fünf Körner - Sprößlingen Teig knetete. Das Backsortiment mußte radikal verkleinert werden. Was hatte man nicht alles vor dem Krieg in der Bäckerei Körner hergestellt. Nicht nur das Hamburger Schwarzbrot, Angeschobene und Feinbrot. Weißbrot, rund oder im Kasten, Meterbrot, Pröben, Berches, Rosenbrot, Zöpfe, Klöben, Pudelmütze und „Schweinebraten“. Und die vielen Brötchen: Hamburger Rundstücke, Wiener Semmel, Berliner Knüppel, Hörnchen, Salzstangen, Milchbrötchen, Heißwecken, Kieler, Flensburger, Franzbrötchen. Partybrötchen, Schwäne, Pilze aus Weizenhefeteig. Mit einem roten Tempo-Dreirad-Lieferwagen belieferte Bäcker Körner ab 1938 Geschäfte in Blankenese, Iserbrook und Sülldorf. Der 2001verstorbene Dittmer Körner konnte sich erinnern, dass er mit dem Blockwagen ,beladen mit 80 Schwarzbroten, mit seinem Bruder die Blankeneser Hauptstraße runter fuhr. Einer lenkte mit den Füßen die Deichsel, während sein Bruder hinten mit den Füßen bremste. Dass im harten Winter 1946/47, mit der großen Kreek, beladen mit Brotkörben, bei Eisglätte und Schneeverwehungen, die Ware bis nach Iserbrook geschleppt werden musste, ist bei Körner unvergessen. Über altes Brot und Kuchenabfälle freuten sich die Schweine, die hinter der Bäckerei großgezogen und dann im Winter geschlachtet wurden. Gehungert wurde auch in größter Not in der Bäckerei Körner nicht. Die damaligen Brotpreise: Rundstück 4 Pfennig. Weißbrot 500 g 27 Pfennig. 1500 g Feinbrot 51 Pfennig. 1500 g Schwarzbrot 42 Pfennig. Auf dem Schwarzmarkt bekam man für ein 3 Pfund Brot 80 Reichsmark. Die englische Besatzungsmacht mochte auf feinen Kuchen und Gebäck auch im Hungerwinter 1946/47 nicht verzichten und beauftragte die Bäckerei Körner mit der Herstellung dieser Backwaren. Ein großer Militärlastwagen brachte die benötigten Zutaten. Die ganze Familie und die Belegschaft bestaunte die so lange entbehrten Zutaten, die die junge Generation der Körner Familie noch nie gesehen hatten. Um den Kuchen unauffällig in die Kaserne nach Osdorf zu schaffen, wurde der knallrote Lieferwagen von den Engländern olivgrün lackiert. Eine Partie amerikanisches Weizenmehl wurde vorzeitig zum Osterfest verbacken. Ostern gab es weißes Brot. Zur Strafe wurde die Bäckerei von der Besatzungsmacht 14 Tage geschlossen. Alle Gesellen bekamen auf einmal Urlaub. Die Kunden reihten sich in langen Schlangen vor den anderen Bäckereien in Blankenese ein. Bei Körners standen die Kunden oft in Viererreihen in 30 m langen Schlangen nach Brot an. Dass sich Polizeibeamte von der Polizeiwache in der Sibbertstraße gerne in der Backstube aufwärmten, ging ja noch an. Dass aber unter den weiten Mänteln der Polizisten Brote versteckt und herausgeschmuggelt wurden, ging zu weit. Auf der Revierwache und in Körners Backstube mussten umfangreiche personelle Umbesetzungen vorgenommen werden.
Nach der Währungsreform 1948 ging es wieder aufwärts. Die Blankeneser wollten ihre Brötchen wieder ins Haus geliefert haben. Bis zu 20 Helfer trugen in Blankenese, vom Hirschpark bis zum Falkenstein, für die Bäckerei Körner morgens in aller Herrgottsfrühe die Brötchen aus. Im warmen Backofen wurde auch für gute Kunden schon mal eine Gans gebraten oder die Hausfrauen kamen mit ihren selbstgemachten Kuchen an, die dann nebenbei mitgebacken wurden.
Umfangreiche Umbauten und Anbauten, die Backstube wurde aus dem Keller ins Erdgeschoß verlegt, rationellere Backöfen, Teigknetmaschinen hielten Einzug. Der Laden in der Blankeneser Landstraße wurde modernisiert. Filialen, allein drei Verkaufsstellen in Wedel, wurden eröffnet. Hartmut Körner, der 1969 die Leitung des Betriebes übernahm, nannte nun das Geschäft „Körners Brotparadies“. Er führte die Bäckerei bis 2001. Wenn im Gemeindehaus bei „Kirchens“ belegte Brötchen gereicht werden, kann man sicher sein, dass Bäcker Körner sie gespendet hat. Er führte die Bäckerei zu ihrer heutigen Bedeutung. Ein Mann, der auch viele Ehrenämter übernahm. Erinnert werden soll an die Altenhilfe in Blankenese, die Hartmut Körner aktiv unterstützt. Bäcker Körner ist nun der letzte brotbackende Bäcker in Blankenese. Nach dem Krieg gab es vier brotbackende Bäcker allein in der Blankeneser Hauptstraße. Bäcker Lindemann an der Hans-Lange-Straße, Bäcker Schneider an der Ecke Eiland, Bäcker Hansen an der Schlagemihlstreppe und Bäcker Timm war dort, wo später Raumausstatter Matschke seinen Betrieb hatte. Auch die Elbfähre aus Cranz brachte immer eine Kiste mit sehr gehaltvollem Altländer Brot von Bäcker Albers mit, das dann von einem Krämer an der Grube verkauft wurde. Sabine Körner, die seit 6 Jahren den Betrieb leitet, hofft, dass eines Tages in dann fünfter Generation einer ihrer Söhne die Bäckerei Körner übernimmt und weiterführt.
Heiner Fosseck

Dieser Artikel ist vor 10 Jahren geschrieben worden. Noch immer ist die tüchtige Bäckermeisterin Sabine Möller,geb. Körner die leitende Kraft in ihren Betrieb. Sie engagiert sich für die Blankeneser Kirche und hilft tatkräftig in der Flüchtlingshilfe mit Tat und Brot. Das ist gut so.
30.1.17 17:15


Een Erinnerung an mien`Lebens scheunste Stün`n : Gedicht von Freddy Schoor

Een Erinnerung an mien`Lebens scheunste Stün`n

As Hamborger Jung, na is doch kloor,
Dat as Matros` to See ick fohr.
As Junggast, ooh, wat weer dat scheun!
Heff ick de ganze Welt besehn.
In Westen, Osten, Süden, Norn`,
Un ok son` teinmol um Kap Horn,
Heff mit mien Schipp ick seilt un fohrn,
Bitt wi Beid een Wrack weern mit de Johrn.
Doch leewt noch de Erinnerung
An Tieden, as wi noch frisch un jung,
In Hamborg wedder lan`n deden,
In`n Hoben denn vör Anker leden.
Denn gung dat no St. Pauli dool,
Henn no uns oles Stammlokol,
No de Aktien in de Dubenstroot,
Dor seeten gemütlich wi un good.
Dor hebbt wi denn un`s Ankunft fiert,
As sick`t för Hamborger Jungs gebührt;
De Wirt, Böttcher, heet de Mann,
Sleep ümmer frische Halbe rann.
Sankt Pauli Export, ok woll Kristall,
dat fehlt de ganze Reis`uns all.
Hier kregen wi endlich unsen Willn,
Kun`n unsen Döst mol wedder stilln.
So seeten wi bit in de Nacht,
an een Anbordgohn wör nich dacht,
Noch ümmer geeft`n frische Runn,
„Den`n Glücklichen, den`n sleit keen Stun`n.“
So seed de Spruck dor an de Wand;
Jo jo, dat is mi noch bekannt,
Mi is`t, as wenn dat hüt noch weer,
Un is so lange Johrn all heer.-
Wat weer`d doch för een herrlich Tied!
Wat süht dat anners ut doch hüt,
Nu, wo uns Knooken krank un möör,
Hebbt wi in Hamborg keen Hüsung mehr.-
Köönt uns, man mutt binoh sick schäm`n,
Nich mol een Seidel Beer mehr tool`n,
De Rente reckt nich henn nich heer,
Se reckt nich mol to`n Leben mehr.-
Doch möt wi in Geduld uns foten,
Un jo den`n Kopp nich hang`n loten.
Dat Leben is all so, so sweer.
Dörch Sorgen ward dat blot noch mehr.

Wat ick ut mien Erinnerung
heff hier to`n Besten geben,
Un`n Ihn`n geef dorvon nu Kun`n,
Ut mien`es Lebens scheunste Stun`n,
Ick much, dormit will ick denn ok sluten,
Wohn in Lau`nborg nu dor buten,
Un weern mien Knooken nich so möör,
In un`s Stammlokol wedder sidden
Bi`n Seidel Sankt Pauli Beer!-
Von all dat Schrieben deit de Hand mi weeh
Nu besten Gruss an de Sankt Pauli Broeree!
Blieft All gesund un hollt Jug bi Humor
In ole Tru,
Jug Friedrich Schnoor

Lauenburg/Elbe 1952




Lauenburg/ Elbe 1952
*Schiffsjunge (genannt „Moses“)
28.1.17 18:19


Blankenese: ein Paradies mit Macken


Malerische Gassen, verwinkelte Treppen und eng beisammenstehende Häuschen: das Blankeneser Treppenviertel an der Elbe hat mit seinem mediterranen Flair schon etwas von einem Urlaubsort an der Riviera. Bei einer Hafenrundfahrt haben Sie Gelegenheit, Blankenese vom Wasser aus zu genießen. Ein Liniendienst der HADAG steuert von April bis September ab den St. Pauli Landungsbrücken regelmäßig Blankenese an. So wird offiziell von Hamburg Tourismus unser Blankenese angepriesen. Der erste Blick geht auf das auf einem Hügel liegende Fährhaus Sagebiel , das leider seit November 2016 geschlossen ist. Zwei Flaggen an hohen Masten flankieren den Eingang zum Bull`n . Sie sollen die Besucher Blankeneses begrüßen. Sollten! Während die Flagge der Freien und Hansestadt Hamburg, wenn auch etwas verblichen ist, ist der Stolz der Blankenese r, der Pfahlewer, nur noch ein trauriger Rest und hat die Anmutung eines Wischlappens. Der Besucher möchte sich an den Bushaltestellen am Strandweg orientieren. Leider sind die Tafeln für die Fahrzeiten und Preise verschwunden. Die letzte Preiserhöhung ist wohl einigen Blankenesern sauer aufgestoßen. Immer wieder werden von Blankenesern zugewachsene Wege , Gassen und Treppen moniert. Seit etwa 10 Jahren sehen Mieter eines Wohnhauses an der Elbchaussee auf einen Hofplatz voll mit Bausand und Schutt. Das Meckern über die ewige Baustelle Blankeneser Bahnhofstraße/Ecke Hoher Weg ist schon fast peinlich. Es reicht nicht einer der größten Immobilienbesitzer in der Bahnhofstraße zu sein, man hat auch die Verpflichtung dem Ort Blankenese und seinen Bewohnern gegenüber in einer angemessenen Zeit sein Bauvorhaben abzuschließen. Das gilt auch für den Katharinenhof jetzt Bishophof im Baur`s Park. Hoffentlich dauert die Restauration des Herrenhauses nicht noch länger wie der Bau der Elb- Philharmonie.
Heiner Fosseck
26.1.17 18:48


1947 - 2017

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Liebe Freunde!
Dieses Bild hat Walter Lüden mit seiner legendären Leica 1947 aufgenommen. Das ist nun 70 Jahre her. In Hamburg gab es nur Schutt,Ruinen und Trostlosigkeit. Aber auch damals wollten die Menschen leben .
Heute an der Jahreswende zu 2017 leben viele von ums im Wohlstand und sind doch mißmutig und deprimiert. Viele traurige Nachrichten erreichen uns.
Doch meine Frau und ich wünschen uns allen trotzdem ein gutes Jahr 2017. Bleibt gesund! Das Leben ist schön!
Herzliche Grüße Ursula und Heiner Fosseck

31.12.16 22:28


Weihnachten 2016


Bild in der St. Petrikirche

Wer in der Innenstadt Hamburg etwas Ruhe benötigt, dem empfehle ich den kleinen Teeausschank in der St. Petrikirche.
Hier in dem Raum rechts vom Haupteingang geht es auch zum Turmeingang. Ein Interessantes Gemälde hängt hier an der Wand. Gemalt ist es vor dem großen Brand 1842 und zeigt das Leben und Treiben in der Bergstraße. Hinten ragt St. Petri empor. Die Mönckebergstraße gibt es noch nicht. Es ist wohl sonntags oder feiertags. Die Frauen und Männer auf der Straße sind zumindest sonntäglich gekleidet. Vorne links kommt aus einem Tordurchgang eine hochherrschaftliche Kutsche. Der Kutscher hat einen schwarzen Zylinder auf. Es ist eine Leihkutsche vielleicht für ein Senatsmitglied, der von der Kirche abgeholt werden will.
Die Firma, die Kutschen verleiht und Kutscherdienste anbietet ist die Firma Schlüter. Diese Firma gibt es auch heute noch in Hamburg. Sie verkauft LKW und PKW und hat einen großen Reparaturbetrieb und heißt Schlüter und Söhne.

Liebe Freunde!
Weihnachten steht vor der Tür. Das soll uns auch Mut machen. Auch in dunklen Zeiten. Ich wünsche allen ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest und ein glückliches Jahr 2017. Bleibt gesund!

Herzliche Grüße Heiner und Uschi Fosseck
22.12.16 14:02


Die blaue Tonne kommt


Ab Januar wird die Altpapiersammlung von losen oder gebündelten Papier auch im Blankeneser Treppenviertel von der Stadtreinigung Hamburg eingestellt. Dann kommen die großen 240 Liter Tonnen mit den blauen Deckel auch ins Hanggebiet. Das macht in Blankenese große Probleme. Wie soll man sich das vorstellen? Wird in Zukunft die blaue Tonne von den Bewohner zur Bröerstreppe oder zur Bornholdtstreppe raufgewuchtet? Das kann doch nicht sein, dass ein 90 Jähriger eine 30 Kg schwere Altpapiertonne vom Süllbergsweg zur Blankeneser Hauptstraße schleppt. Hat man bei der Stadtreinigung Hamburg nicht bedacht, dass hier im Hanggebiet mehrheitlich ältere Menschen wohnen?
Früher nach dem Krieg wurde Papier auch nicht gesondert abgeholt. Man brauchte die Zeitung für das stille Örtchen oder wickelte die Briketts mit dem Hamburger Abendblatt ein, um die Glut im Ofen über die Nacht zu retten. Das ist vorbei. Gott sei Dank.
Nein, so eine Riesentonne kann auf den handtuchschmalen Grundstücken im Treppenviertel kaum Platz finden. Der Transport der blauen Tonne über Treppen ist nur schwer zu bewältigen. Entweder man entsorgt das Altpapier in den roten Restmüllsäcken oder fährt das Papier per PKW umweltbelastend durch das Dorf zum nächsten meist überfüllten Altpapiercontainer. Die Blankeneser Hangbewohner sind mehrheitlich „not amused“.
Heiner Fosseck
14.12.16 12:53


Weihnachtliche Geschichten

Weihnachten 1947
Einige Tommys in Uniform schlendern durch die Blankeneser Hauptstraße. Wir Blankeneser Buttjes laufen hinterher und rufen: "Schokoläd, Mister. Schokoläd, Mister". Na ja, die haben ein Einsehen und werfen Schokolade eingewickelt in „Silberpapier“ auf die Straße und wir stürzen mit alle Mann darauf. Gerade so, wie es die Touristen in Afrika gegenüber schwarzafrikanische Buttjes heutzutage auch machen.
68 Jahre später
Meine Frau und ich sind bei den Kindern und Enkeln in Bad Homburg eingeladen. Es ist kurz vor Weihnachten. Man hat sich was Besonderes ausgedacht und man will Schokoladenfondue machen. Alles fein zubereitet. Die Schokolade ist vorsichtig erwärmt worden. Jeder ist gespannt, zum ersten Male Schokoladenfondue. Auf den Fonduegabeln werden Weißbrot oder Bananenstückchen gespießt und in die warme Schokolade getaucht. Heißa. Das wird wohl gut schmecken Leider, leider ist den Herrschaften alles zu süß. Das mögen die Kinder und Kindeskinder nicht. Letztendlich marschiert man zu Mac Donalds und isst gemeinsam herrliche Burger und trinkt dazu Cola. Die Stimmung ist gut. Das Leben ist schön.
Frohe Weihnachtszeit

Heiner Fosseck
14.12.16 10:28


OSZE Tagung in Hamburg Eindrücke des normalen Bürgers

Eine Armee von Polizisten. 13 000 Mann stark. Absperrung ganzer Stadtteile.Weihnachtsmärkte in der Innenstadt von Sicherheitskräften umzingelt. Das waren die Schlagzeilen.
Ich sitze zu Haus in Hamburg - Blankenese und bekomme von alldem nichts mit. Wenn man bedenkt, daß vor Jahrzehnten Kennedy und Konrad Adenauer im offenen Wagen durch Berlin gefahren sind. Was hat sich die Welt verändert. Hamburger Bürger, die vorne an der Front des Geschehen wohnen haben aufgeschrieben, was sie erlebt haben.
Heiner Fosseck

Christel Steiner schrieb:
Ich habe noch nie so intensiv wie die letzten Tagen meine Stadt wahrgenommen, darum hier ein kleiner Bericht völlig wertfrei jeglicher politischer Beurteilung.

Zum Verständnis; ich wohne „auf dem Kiez“, Endetage,rundum Panoramablick, vorne das lebendige Geschehen, „um die Ecke“ große Laubbäume, deren Wipfel bis ans Fenster reichen, (Morgensonne))

Alle wissen, dass wir die OSZE zu Gast hatten; da ich nach wie vor Autofahrerin aus Leidenschaft bin, alle meine Touren mit meinem „Laufschuh“ SMART (12 Monate Rollator und Gehhilfen – Vergangenheit!!! - ) unternehme, hatte ich einen besonderen Eindruck der letzten Tage, denn meine Wege führten mich Richtung Eppendorf über die Schanze/Eimsbüttel, Farmsen durch die Stadt. Ehrlich gesagt, wenn man ein wenig stadtkundig ist, dann hatte man keinerlei Behinderungen. Die Querverbindungen und das direkte Messegelände habe ich mir gleich geschenkt, kein Problem bei den Möglichkeiten, die wir haben.

Da war ich wesentlicher betroffener, als ich zu meiner Wassergym. nach Schnelsen fuhr. Den Mittwoch war ich direkt betroffen am Beginn der Kieler Str., alle 3 Spuren wurden stadtauswärts gerade von Polizeiautos gesperrt, warum? Keine Information. Im Radio erfuhren wir Betroffenen, dass in Stellingen ein Wasserrohrbruch der Verursacher ist. Ich mache es kurz, die Abblegmöglichkeiten waren entweder in Windeseile verstopft oder weiter Richtung Stellingen schon gesperrt. Also zunächst kein Entrinnen. Dank meiner Ortskenntnisse fand ich ein Schlupfloch und war nur „45“ Minuten auf der Kieler Straße. Um dem Chaos weiträumig zu entgehen, mußte ich weit hinter der Frohmestraße (Ausfahrtstraße in Schnelsen) meinen Weg suchen.

Diese Tagungstage waren dagegen richtig entspannt. Meinen Zahnarzttermin in Eimsbüttel am Mittwoch habe ich problemlos eingehalten. Einzige Störung; 2 Hubschrauber kreisten stehend in der Luft laut knatternd, das war schon recht laut. Wie ich gehört habe, will man daran arbeiten bis zum nächsten Jahr.

Mittwochabend gegen 20.30 plötzlich Blaulicht bis in meine Wohnung und Sirenengeheul nicht endend. Blick aus dem Fenster: Die Helgoländer Allee von unten bis oben eine Wagenkolonne Mannschaftswagen der Polizei Kurs Schanze. Da hatte ich richtig ein mulmiges Gefühl und kontaktierte meinen Patenoffizier, der als Sicherheitsoffizier Dienst hatte in den Messehallen. Antwort: wir wissen nur, alles ruhig, Demo statt erwarteter 200 jetzt ca. 1500. Gott sei Dank ist es ja auch so geblieben.

Und nun der Knüller!!! Mein Adapter vom Laptop gab seinen Geist auf und ich dachte, fahr `mal zu Saturn in die Stadt, 5 Autominuten mit Glück!

Nicht zu fassen – freie Straßen, Parkplätze im Parkhaus reichlich vorhanden, entspanntes Personal, und einen Adapter zum Sonderpreis! Da sind die Straßen hier beim Heimspiel von St. Pauli und Hamburger Dom wesentlich gestopfter.

Da sag noch einer, wir Hamburger können nicht mit Herausforderungen umgehen! Dank an meine Mit-Hanseaten, und ein Tipp an die Schwarzseher: abwarten und Tee trinken.

Ingke Tjebbes schrieb:
Aber schön, dass es im Großen und Ganzen ruhig blieb. Ich bin am Donnerstag mit dem Rad an der Alster lang zu einem Arzt gefahren , genau gegenüber dem Elysee an der Moorweidenstraße. Eine Freundin meinte `´bloß nicht, alles abgesperrt, Räder werden kontrolliert wegen versteckter Bomben.`´ Natürlich alles Unsinn, nur Polizeiboote kontrollierten das Gewässer und sprachen mit einem Obdachlosen, der mit seinem gesamten Hab und Gut auf einer Bank saß. Es waren kaum Autos zu sehen, sie wurden alle umgeleitet. Der Mittelweg war ziemlich zu.
Viele Grüße
Ingke
11.12.16 12:45


Weihnachtsfeier des Blankeneser Bürger-Vereins 2016

Jetzt ist es schon fast Tradition. Hoch oben auf dem Süllberg feiert der Blankeneser Bürger-Verein seine Weihnachtsfeier. Sonst war das Event immer bei Sagebiels Fährhaus gewesen, aber da wurde der Bürger-Verein nicht mehr gern gesehen. Das ist nun einige Jahre her und das Sagebiel hat erstmal dicht gemacht. Schade drum. Das war auch wesentlich bequemer zu erreichen gewesen als diese schicke Gastwirtsburg hoch oben auf dem Süllberg. Da soll man erst mal raufkommen. Immerhin teilte unsere Schatzmeisterin Marion Spiegelberg während der Weihnachtsfeier mit, dass das Durchschnittsalter der ca 450 Mitglieder des Blankeneser Bürger-Vereins erstaunliche 74,6 Jahre beträgt. Ich gehöre also schon zu den Mitgliedern, die den Altersdurchschnitt nach oben treiben. Aber was bedeutet das schon , biologisch fühlen wir uns alle noch jünger.
Kurz, 81 Mitglieder mit Freunden und Bekannten waren im repräsentativen Festsaal des Süllberg- Restaurants anwesend. Die Organisation hatte Herr Helmut Wichmann innegehabt, der es wieder geschafft hatte, mit Herrn Hauser, der Sternekoch und Leiter des Süllbergs Restaurants ist, eine für jeden der Teilnehmer erschwingliche Dotation für Saalmiete, Kaffee, Wasser, Punsch und Kuchen auszuhandeln. Das wird von Jahr zu Jahr wohl schwieriger. Nach der Begrüßung durch Helmut Wichmann übernahm Herr Professor Dr. Jürgen Weber, langjähriger Vorstandsvorsitzender des BBV, das Wort und teilte anschaulich mit, was denn nun im Jahre 2016 vom BBV in die Wege geleitet oder durchgeführt wurde. Es tut sich endlich was in Blankenese. Die Parkraumbewirtschaftung des Blankeneser Stadtkerns, eine Entscheidung über das neue Markthäuschen steht kurz bevor, Umgestaltung des Martiniblockplatzes. Eine verlässliche Fährverbindung wir ja angestrebt und der BBV teilt mit, dass ein Betreiber der Fähre gefunden ist und es nun über die Anlegestellen für die Blankeneser Fähre mit den Ämtern noch zu verhandeln sei. 2017 soll alles in trockenen Tücher sein. Man will das Wahljahr nutzen, um zu einem positiven Ergebnis zu kommen. Erfreut wurde mitgeteilt, dass auch im nächstem Jahr zum Hafengeburtstag eine Fähre vom BBV angemietet werden konnte. Eine Reise in das Elsass wird von Herrn Heiner Krause geplant und Frau Schmersahl wird einen interessanten Vortrag über Al Andalus „700 Jahre arabische Kultur in Spanien“ halten und auch Herr von Boddin wird über den Fortgang des Baugeschehen des Berliner Schlosses berichten. Ein Neumitgliedertreffen im Frühjahr ist angedacht und die Blankeneser Schuljugend wird Blankenese nach Ostern wieder aufklaren und den Unrat der Erwachsenen wegräumen.
Helmut Wichmann gab eine weihnachtliche Geschichte zu Gehör. Es wurde von einem manischen Fotografen der mit Hindernissen zu kämpfen hatte launig erzählt.
Unser guter Franz Vollmer gab einen kurzen Bericht über seine Spendenarbeit für unsere Benachteiligten Blankeneser Bürgerinnen und Bürger ab und erzählte dann eine lustige Geschichte über die Weihnachtsmaus. Die beiden Töchter unserer Redakteurin Frau Möller-Pannwitz übernahmen mit Eifer das Fotografieren während der Weihnachtsfeier.Der Blankeneser Stubenchor animierte das Publikum zum Mitsingen der altbekannten Weihnachtslieder. Zwischendurch wurde sich lautstark unterhalten über dit un dat. Wir schnabulierten den reichlichen Kuchen und Kaffee und dann gab es ein Becher Punsch. Die Schmalzbrothäppchen sahen etwas zugeteilt aus. Die gab es wohl auf Marken. Im weihnachtlich geschmückten Festsaal war aber eine fröhliche Stimmung und auch einen blutroten Sonnenuntergang konnte man genießen. Um 19 Uhr herum löste sich die Gesellschaft auf. Eine gelungene Veranstaltung. Heiner Fosseck
Heiner Fosseck
6.12.16 19:59


Hochkamp? Ein Stadtteil, den es gar nicht gibt





Hochkamp? Ein Stadtteil, den es gar nicht gibt
Zwischen Rissen und Bahrenfeld liegt das größte Villengebiet Hamburgs, nein, von ganz Deutschland. Mitten durch führt eine Stadtbahnstrecke.
Wer hat da wohl Ende des 19. Jahrhunderts die Festlegung der einzelnen Bahnstationen angeordnet.? Für die Station – Haltepunkt Hochkamp war der Schwiegersohn des bekannten Kaufmanns R. M. Sloman jr, Friedrich Leopold Loesener der Spiritus Rector. Ende der 1890er-Jahre wurden von Loesener rund 100 ha bis dahin landwirtschaftlich genutzte Ländereien in Nienstedten (ca. 31 ha), Osdorf (ca. 42 ha) und Dockenhuden (ca. 26 ha)erworben.
Dieses zusammenhängende Gebiet wurde von Loesener in Villengrundstücke aufgeteilt, auf eigene Kosten ein Straßennetz angelegt und ein gemauertes Straßensiel gebaut, das bis zur Elbe führte. Dann wurden die erschlossenen Baugrundstücke an interessierte Bauherren verkauft. Beispielsweise wurde am 20. Januar 1898 ein Grundstück mit einer Größe von 4.000 m² für 12.450,- Mark, d.h. 3 Mark/m² verkauft. Bis März 1898 waren es bereits 23 Baustellen. Der Name der so entstandenen Villenkolonie war zunächst umstritten. Im Gespräch war der Name „Hohenfelde“ in Anlehnung an die Flurnamen „Hochfeld“ und „Hogenfelde“, die auf der Osdorfer und Dockenhudener Feldmark urkundlich belegt sind. Der Name „Hohenfelde“ wurde verworfen, um Verwechslungen mit dem Stadtteil Hamburg-Hohenfelde auszuschließen. Nienstedten hätte sich angeboten, aber ein dörfliche Namen war den hohen Herren nicht genehm. Man einigte sich schließlich auf den Fantasienamen „Hochkamp“ unter der Voraussetzung, dass auch der geplanten Haltestelle dieser Name gegeben werde. Notwendig wurde die Namensgebung nämlich durch die für den 2. März 1898 vorgesehene Eröffnung der Bahnstation auf der Strecke Altona–Blankenese. Finanziert wurde die Bahnstation, einschließlich notwendiger Überbrückungen und Bahnhofsgebäude, nicht von der Eisenbahnverwaltung, sondern von dem Investor.
Nachdem der Finanzier des Projektes Friedrich Leopold Loesener im Jahre 1903 verstorben war, brachten die Erben die noch nicht veräußerten Grundstücke in die neu gegründete Terraingesellschaft Hochkamp m.b.H. ein. Bis zu deren Liquidation Anfang der Dreißiger Jahre setzte diese den Verkauf von Hochkamper Grundstücken fort. Hochkamp bewahrte sein städtebauliches Bild, geprägt durch großzügige Villen mit parkartigen Grundstücken, bis zum heutigen Tage. Grund dafür ist die später so genannte „Hochkampklausel“, die nahezu alle Grundstückskaufverträge gleichlautend enthielten. Darin sind die Grundstücksgrößen und weitere Details wie Art der Bebauung und Grenzabstände festgelegt.[Danach verpflichteten sich der Käufer und seine Rechtsnachfolger, auf dem Kaufgrundstück nur ein Einfamilienhaus im Villenstil unter Einhaltung der vorgegebenen Abstände zu errichten, in welchem keinerlei gewerblicher Betrieb geführt werden darf.
Die Einhaltung der Hochkampklausel wird durch den im Jahre 1918 gegründeten Verein Hochkamp e.V. gewahrt. Angesichts der Lage und der attraktiven Grundstückspreise ist so mancher Besitzer versucht, Teile seines Grundstücks zu verkaufen. Zuletzt hat das im Jahre 1981 einer versucht und eine 2. Villa auf dem Grundstück errichten lassen. Er musste sie abreißen!!

So ist geklärt, dass bis heute ein paar Großvillen eine eigene Bahnstation bekamen. Rechts in Richtung Altona wurde ein Restaurantgebäude gebaut, das heute noch besteht, aber nur zur Vermietung für Wohnungsinhaber genutzt wird. Linkerhand in Richtung Altona ist das rote Verwaltungsgebäude früher für die Bahnmitarbeiter. Vor einigen Jahren war die Station noch mit großen Rasenflächen bedeckt. Eine Bahngaststätte veranlasste etliche Reisende der S-Bahn zum Verlassen der S-Bahn, um sich einen willkommenden Trunk von Alkoholika zu genehmigen. Alles vorbei.
Heiner Fosseck
27.11.16 09:42


"Dörch dat Johr" von Freddy Schnoor

Dörch dat Johr
Bet`n wat in Mecklnbörger Platt

ln'n Januor, denn dohn wi still

Noch hinnern Aben sitten,*1

Denn buten is noch nich veel los,

Blot freeren deiht't bi lütten.

In`n Februor, denn geiht dat meist

Mit ls un Snei tohopen,*2

Denn hebbt wi ok keen Lust un Tied,

Opn Acker rümtolopen.

Doch kümmt in`n März de Sünn herrut,

Dann möt wi uns fix rögen,*3

Denn heit dat, för de Sommersoot

To ackern un to plögen.

Un ín'n April ward't höchste Tied,

De Saaten uttoseien,

Wennt twüschendörch man regen deiht,

Denn lot den Wind man weihen.

Un denn, denn geiht dat Hoffen an

Den Mai, den Juni öwer;

leew Herrgott, pleg uns unse Saat*4

Un hal se glücklich röwer!

Wenn denn in`n Juli un August

Wi willn uns` Kurn inführen,

Denn schenk, leev Gott, schön Weder uns,

Wi willn uns denn woll röhren.

September un Oktober, na -

Denn sünd wi all bin`n Döschen,*5

Un bi de Austköst dohn wi uns*6

Ja denn ok en'n verlöschen.*7

Un denn, denn heit bi lütten dat,

De Wintersaat bestellen,

Un kuum gescheihn, denn deiht sick all

De Winter wedder mellen.

In`n Handümdreihen is he dor

Mit siene Wiehnachtsfreuden! -

Nu kummt dat ne'e Johr heran

Un bringt ok manchmol Leiden.

Leew Herrgott, wenn Du dat so künnst,

Mehr Freud uns jetzt to geben,

Denn dankt wi Di ut Hartensgrund

Un lot dat Neejohr leben!

Friedrich Schnoor 1908



*hinnern Aben sitten-hinter dem Ofen sitzen

*2 tohopen-zusammen(sitzen)

*3 fix rögen-schnell,möglichst viel machen(arbeiten)

*4 pleg-pflegen (z.B. die Gemütlichkeit)

*5 Döschen-Dreschen

*6 Austkost-Feier nach der Ernte(Erntedank)

*7 verlöschen (etwas mehr als normal "trinken"



***********************************************

Durch das Jahr

(Wörtlich übersetzt)

Im Januar, dann tun wir still

Noch hinter`m Ofen sitzen,

Denn draußen ist noch nicht viel los,

Bloß frieren tut es bei kleinem.

(Bloß frieren tut es ein bißchen)

Im Februar, dann geht es meist`

Mit Eis und Schnee zusammen,

Dann haben wir auch keine Lust und Zeit,

Auf dem Acker rumzulaufen.

Doch kommt im März die Sonne heraus,

Dann müssen wir uns ordentlich rühren,

Dann heißt es für die Sommersaat

Zu ackern und zu pflügen

Und im April wird`s höchste Zeit,

Die Saaten auszusäen,

Wenn`s zwischendurch man regnen tut,

Dann laß den Wind man wehen.

Und dann, dann geht das hoffen los

Den Mai den Juni über;

Lieber Herrgott pfleg` uns unsere Saat

Und hol sie glücklich rüber!*

*(Und laß sie gut gedeihen)

Wenn dann im Juli und August

Wir wollen unser Korn einfahren,

Dann schenk, lieber Gott, schön` Wetter uns,

Wir wollen uns dann schon rühren.

September und Oktober, na-

Dann sind wir schon am Dreschen,

Und bei`m Ernte-Dank tun wir uns

Ja dann auch einen verlöschen*

Und dann, dann heißt bei Kleinem es,

Die Wintersaat bestellen,

Und kaum geschehen, dann tut sich schon

Der Winter wieder melden.

Im Handumdrehen ist er da

Mit seinen Weihnachtsfreuden! -

Nun kommt das neue Jahr heran

Und bringt auch manchmal Leiden.

Lieber Herrgott, wenn Du das so kannst,

Mehr Freude uns jetzt zu geben,

Dann danken wir Dir aus Herzensgrund

Und lassen das Neujahr (hoch)leben!

*verlöschen, ordentlich einen Heben,

mehr als „normal“ trinken

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4.12.16 16:15


De Drinker von Freddy Schnoor

He drünk för Döst un ok as Köst,
He drünk bi Küll un ok bi Hitten,
He drünk bi Arger un bi Lust.
Keum he no Huus, drünk he den`n Rest,
Denn harr he fix een`n sitten.

All freuh an`n Morgen füng he an;
He deh so flau sick feuhl`n.
Blot „Een`n” ton Awgeweuhn`n, jo een;
Eers müss sien Kehl he eul`n.

Een`n ganzen „Lütten“ wull he blot,
O jo nich, nich toveel!-
Verdammt, wat smeckt de Köm hüt good,
Wat kratz de in de Kehl!

„Dorvon ganz gau noch een`n för mi,
Dat Tüügs smeckt veel to scheun!“
So bleew den`n ganzen Dag he bi,
Bit he weer von de Been.

De Wirt, de loow em ümmer sehr,
Dormit gröhl geern he luut.
Man as he harr keen Geld nich mehr,
dor smeet de Wirt em rut.

Doch dee de Döst to dull em quäln,
Dor güng he henn non Diek,
Dor sööp he denn jo woll toveel,
Se tröcken em rut as Liek.

As op`n Kirchhoff he in sien Graww
Man deh nu leggen em
Dor regen dat von`n Heben stark,
De ganze Kuul de swemm.

Un as sien Frünn em in de Eer,
Dor güngen se nu snell
Rinn in`n Kroog, un bi Kööm un Beer
Versöpen se ok noch sien Fell.

Friedrich Schnoor,
Kalkberg 1908
4.12.16 08:14


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